Foto: Johannes Eichstädt

Soli Deo Gloria – BUJU 2026

Fünf Tage Jesus feiern, Glauben vertiefen und Leben teilen

Nach 14 Jahren kehrten wir mit dem Bundesjugendtreffen wieder zurück nach Krelingen. Vom 1. bis 5. August versammelten sich unter dem Motto „Soli Deo Gloria“ Jugendliche aus ganz Deutschland um der Frage nachzugehen, was es bedeutet „Gott allein die Ehre“ zu geben.

Eines wurde in diesen Tagen deutlich: Gott allein die Ehre zu geben, das lernt man nicht am Schreibtisch. Dafür braucht es Orte. Orte, an denen gemeinsam geglaubt, gefeiert, gesungen, getanzt und gebetet wird. Orte, an denen Fragen gestellt werden dürfen – auch die unbequemen. Orte, an denen Zweifel und Tränen ihren Platz haben, genauso wie Freude und Lachen. Orte, an denen Gemeinschaft nicht nur behauptet, sondern spürbar wird. Das BUJU ist so ein Ort.

Ein Ort, der prägt. Die Jugendlichen genauso wie die Mitarbeitenden und die Kinder im Kidscamp, die dort eine großartige Zeit erlebten, während ihre Eltern im Einsatz waren. Und ein Ort, an dem niemand nur gibt. Wer sich einbringt, geht auch beschenkt nach Hause. „Er hätte die Zeit seines Lebens gehabt", erzählte ein Teilnehmer im Nachhinein. Ein 20-jähriger Mitarbeiter brachte es so auf den Punkt: „Ich habe Antworten für mein Leben erhalten.“

Abendsessions

Wie es aussehen kann, Gott mitten im echten Leben die zu Ehre geben, haben vier Predigende in den Abendsessions aus ganz unterschiedlichen Perspektiven gezeigt: Evi Rodemann (Theologin, Leiterschaftscoach, Autorin, Eventmanagerin), Jens Stangenberg (Pastor, Referent, Trainer, Podcaster und Autor), Agathe Dziuk (Referentin für Diakonie und Gesellschaft in Elstal) und Lukasz Kasprowicz (Referent für Theologie und Jugend im GJW NRW).

Evi Rodemann erinnerte die Teilnehmenden am ersten Abend an etwas, das im Trubel des Alltags leicht verloren geht: Jesus lädt Menschen ein, ihm nachzufolgen – wörtlich genommen heißt das, Schritte mit ihm zu gehen. Doch bevor er jemanden aussendet, um etwas zu tun, lädt er zuerst ein, einfach Zeit mit ihm zu verbringen. Beziehung vor Auftrag. Nähe vor Leistung. Und diese Einladung, machte Evi klar, gilt nicht nur den Coolen und Perfekten, sondern genauso den Menschen mit Ecken und Kanten, also uns allen.

Am zweiten Abend nahm Jens Stangenberg die Zuhörenden mit auf eine Zeitreise zurück in sein eigenes Leben, an Wendepunkte, die bis heute nachwirken. Anhand dieser Stationen zeigte er, was Christsein im Hier und Jetzt bedeuten kann: intelligent glauben zum Beispiel, nicht aufhören zu denken, nur weil man glaubt. Direkt an die Teilnehmenden gerichtet, sagte er einen Satz, der wohl noch lange nachhallen wird: „Das Beste, was du tun kannst, ist himmlisch-human zu werden." Denn die Welt braucht Menschen, die als „jesusorientierte Friedensstifter“ leben. Mitten im Alltag, mitten unter den Menschen.

Am dritten Abend ermutigte Agathe Dziuk die Teilnehmenden dazu, etwas nicht für sich zu behalten: die Erfahrung von Gottes Liebe und Gnade. Sichtbar werden lassen, was man erlebt hat. Im Gespräch, oder ganz praktisch, mit einer ausgestreckten Hand. Wichtig war ihr dabei ein Unterschied, der leicht übersehen wird: Gutes zu tun soll nicht aus Pflichtgefühl geschehen, auch nicht aus dem Wunsch, sich selbst zu rechtfertigen. Es soll eine Antwort sein auf das, was wir längst empfangen haben. Unser Tun, unsere Haltung: Sie verdienen Gottes Gnade nicht. Sie antworten auf sie.

Am letzten Abend schloss Lukasz Kasprowicz den Kreis mit einem Gedanken, so einfach wie befreiend: Jesu Einladung kennt keine Vorbedingung. Er sagt nicht: „Bring erst dein Leben in Ordnung.“ Er sagt nicht: „Verstehe erst alles, lerne erst alles auswendig.“ Er sagt: „Komm!" Nur das. Komm, so wie du bist.

Schon während des BUJUs war zu spüren, wie die Jugendlichen diese Impulse aufnahmen und für ihr eigenes Glaubensleben mitnahmen. Ein besonderes Highlight: Beim Abschlussgottesdienst predigten vier Teilnehmende der Predigtworkshops selbst und teilten ihre eigenen Erfahrungen mit Gott. Wenn junge Menschen predigen: „Liebe macht nicht blind – sie lässt weiterschauen", oder: „Jesus ist nicht nur der Weg. Er ist die ganze Reise", dann macht das etwas mit einem. Dann wird spürbar, wohin unser Bund unterwegs ist. Und das stimmt hoffnungsvoll.

Wortbeiträge auf der großen Bühne waren nur ein Teil dessen, wie sich die Teilnehmenden einbringen konnten. Am letzten Abend zog die „Hängerbühne“ ins Plenum um, und Teilnehmende wie Mitarbeitende begeisterten mit einem bunten Programm aus Tanz, Musik und Poesie. Berührend war vor allem, wie die jungen Menschen sich dabei gegenseitig unterstützten und ermutigten. Ganz ohne Konkurrenz, nur mit Freude aneinander.

Wir konnten auf dem BUJU eine junge Generation erleben, die mutig ist, Werte vertritt und ihre Fragen stellt. Eine Generation, die weiß wie Gemeinschaft funktioniert und dass das Gegenteil von Mobbing, Empowerment und Annahme ist.

Homezones und Morning Sessions

Jeder BUJU-Tag begann gleich und doch war jeder Morgen anders. Gemeinsames Frühstück in den Homezones, festen Gruppen aus etwa 20 Teilnehmenden und zwei bis drei Mitarbeitenden, die über die Tage zu kleinen Familien wurden. Anhand des Buches „Vom Meister lernen“ setzten sich die Jugendlichen dort mit unterschiedlichen Glaubenspraktiken auseinander: Gemeinschaft, Bibel, Dienen, Großzügigkeit, Gebet, Stille und Einsamkeit, Fasten. Sieben Übungen, ein Ziel – Jesus näherkommen.

Danach ging es mit einer gemeinsamen Bibelarbeit im Plenum weiter. Methodisch angeleitet von Lea Herbert (Leiterin des Dienstbereichs Kinder und Jugend im BEFG) und Max Zimmermann (Generalsekretär des BEFG) tauchten die Teilnehmenden tief in biblische Texte ein: „Dienst" (Matthäus 20,20-28), „Gebet" (4. Mose 6,22-27) und „Sabbat" (2. Mose 20,8-11; 5. Mose 5,12-15) waren die Themen. Die Teilnehmenden lasen selbst, dachten selbst nach und formulierten in Kleingruppen eigene Fragen, die Lea und Max dann live beantworteten. Kein vorgefertigtes Programm, sondern echte Auseinandersetzung mit den Texten.

Diese morgendlichen Bibelarbeiten waren ein zentraler Teil dessen, was die Jugendlichen auf dem BUJU geistlich erlebten. Denn sie machten die Erfahrung, dass Gott nicht nur durch die große Predigt am Abend spricht. Er spricht genauso im Kleinen – im Lesen, im Fragen, im Diskutieren, im Beten, im Nachdenken. Mitten im Gespräch mit anderen.

Seminare und Workshops

„Gottes Stimme hören." „Predigtworkshop." „Jüngerschaft." „Gott ist Feministin." „Drei Gesichter des Evangeliums." Über 30 Seminare und Workshops standen an den Nachmittagen zur Auswahl. Von praktischen Glaubensfragen über kreative Formate bis hin zu theologisch anspruchsvollen Diskussionen. Für alle war etwas dabei. Um den eigenen Glauben zu vertiefen, neue Perspektiven zu gewinnen, oder einfach, um eigene Interessen und Begabungen auszuprobieren.

Festivalprogramm und Konzerte

Natürlich durfte das bunte Festivalprogramm auf dem BUJU nicht fehlen. Sportangebote, bei denen man sich austoben konnte. Die Hängerbühne, auf der Kreativität ihren Platz fand. Und dazwischen immer wieder der Pommesstand oder die Kaffeebar, um sich zu stärken, neue Freundschaften zu schließen und einfach die entspannte Atmosphäre zu genießen.

Jeder BUJU-Abend endete mit dem Late Night Service, bevor die Teilnehmenden müde, aber glücklich in ihre Zelte krochen.

Abschied und Ausblick

Am letzten Abend haben wir Sam Mail verabschiedet. In ihrer Funktion als Referentin für die Arbeit mit Jugendlichen und Jungen Erwachsenen in der GJW Bundesgeschäftsstelle hat sie das BUJU seit 2014 maßgeblich geprägt und weiterentwickelt hat. Mit einem großen Konfettifeuerwerk bedankten sich Teilnehmende und Mitarbeitende für zwölf Jahre Liebe, Vision, Ermutigung und Organisation. Ab September wird Sam Pastorin der EFG Lichterfelde Ost.

Mit vielen schönen BUJU-Momenten frisch im Gedächtnis liegt nun eine neue Aufgabe vor uns: das BUJU in die neue UB25-Struktur des BEFG zu überführen. Manches wird nicht mehr so funktionieren wie bisher. Aber darin liegen auch neue Möglichkeiten. Diese zu erkennen, zu nutzen und das BUJU so weiterzuentwickeln, dass junge Menschen aus BEFG-Gemeinden auch in Zukunft Gott auf großen Events erleben und Glaubensschritte gehen können, das wird die Aufgabe der nächsten Monate und Jahre sein. Eine Aufgabe, die es wert ist, angegangen zu werden.

Soli Deo Gloria.

Fotos vom BUJU gibt es unter www.buju.de/fotos