
Foto: Johannes Eichstädt
Bericht von Arne Zander
Alles rund um das Thema Mitgliedschaft - so oder so ähnlich würde es vermutlich klingen, wenn man die letzte Bundeskonferenz in einem Satz zusammenfassen sollte. So hat es auch der Veranstaltungstitel bereits angekündigt. Mit Neugier und Vorfreude haben wir uns dem Titel „Braucht Kirche Mitgliedschaft? Und wenn ja, warum nicht?!“ zugewandt.
Los ging es am ersten Abend mit den Berichten aus den unterschiedlichen Abteilungen des Gemeindejugendwerks (GJW). Anschließend wurde von den aktuellen Entwicklungen zum BUJU 2026 berichtet. Es wurde informiert, welche Planungen zur Geländeaufteilung bestehen und welche Formate für unterschiedlichste Programm- und Freizeitangebote angedacht sind. Wir freuen uns über viele weitere Anmeldungen für dieses einzigartige Festival.
Eine fulminante Einführung zum Thema des Wochenendes bekamen wir von Pastor Jens Stangenberg, den wir für dieses Wochende eingeladen hatten. In seinem Vortrag legte er uns verschiedene Sichtweisen und Modelle zum Thema „Mitgliedschaft“ dar. Mithilfe von vier Punkten, die eine Mitgliedschaft entweder zum kritischen oder auch förderlichen Aspekt im heutigen Gemeindeleben machen können, aber auch über die Erfahrungen zur Gewinnung von Mitgliedern hat Jens uns für das Thema und den Weg für das weitere Programm geöffnet.
Am Samstag sind wir ein weiteres Mal in den Themenkomplex zum Umstrukturierungsprozess UB25 eingestiegen. Der Arbeitskreis Ordnungen hat sich mit der Grundordnung des GJWs auseinandergesetzt und deren Inhalt an die neu geschaffenen Strukturen angepasst. Ein entsprechender Entwurf wurde dem Plenum vorgestellt und erfolgreich zur Abstimmung gestellt. Durch diese entscheidende Abstimmung wurden große Schritte zur weiteren Arbeit auf Ebene des neuen Verfassungsentwurfes und der neuen Struktur geschaffen.
Direkt im Anschluss erfolgte ein Bericht zum erarbeiteten Workflow zur Anstellung der Referent*innen für junge Gemeinde in den Regionen und wer wie mitentscheidet und eingebunden ist. Wir konnten Udo Herrmann, Mitglied der Bundesgeschäftsführung des BEFG gewinnen, uns diesen Bericht zu geben. Wir bedanken uns an dieser Stelle auch herzlich für den anschließenden Austausch und die offene Fragerunde, in der aus Sicht des GJWs relevante Fragen eine klare Antwort bekommen haben.
Das Thema der Veranstaltung - „Braucht Kirche Mitgliedschaft? Und wenn ja, warum nicht?!“ - fand seinen Höhepunkt in einer Talkshow am Samstagbend, in der fünf Gäste über ihre Sicht zu dem Thema berichtet haben. So unterschiedlich die geladenen Gäste waren, sind auch die Sichtweisen gewesen. Moderiert wurde das Ganze von Tobias Köpke und Jana Bednarz. Sie haben zum Nachdenken angeregt und Fragen eingestreut, die auch durch die anwesenden Teilnehmer:innen der Bundeskonferenz beantwortet werden konnten. Alle waren eingeladen, neben den Talkshowgästen Platz auf dem Podium zu nehmen und sich an der Diskussion zum Thema zu beteiligen.
Waren die Ansichten der Gäste und Teilnehmenden der Bundeskonferenz auch verschieden, sind sich alle einig, dass das aktuelle Modell der Mitgliedschaft überdacht werden sollte.
Wer mochte, hat den Abend anschließend mit Lobpreis, Spielen, im Lesekreis oder in bunter Gesellschaft ausklingen lassen. Neben all den Themen und intensiven Zeiten wird die Bundeskonferenz auch für den Austausch mit Gleichgesinnten, Freund:innen und Kolleg:innen. geschätzt und ist dadurch vielleicht relevanter denn je.
In der letzten Sitzung am Sonntagmorgen geht es auf den Bundeskonferenzen immer um Anträge. Wir möchten weiterdenken und Themen voranbringen, die uns als GJW bewegen. Für dieses Wochenende haben wir zu Anträgen zur Verfassungsänderung des BEFG, zur Klärung der Mitgliedschaft im BEFG sowie der zukünftigen Kirchenentwicklung abgestimmt. Hierzu werden bald weitere Schritte eingeleitet und Arbeiten aufgenommen.
Bereits auf der Bundeskonferenz im November 2025 wurde erfolgreich über die Verkürzung der Laufzeit von erweiterten Führungszeugnissen für Mitarbeiter:innen auf Freizeiten in unseren Landes-GJWs von fünf Jahren auf nunmehr drei Jahre abgestimmt. Durch die Annahme aller Landes-GJWs bei einer Enthaltung und der Zustimmung der baptistischen Pfadfinderschaft (BPS) tritt diese Regelung nun ab sofort in Kraft. Die gesonderte Abfrage der Annahme im Vorfeld zum Inkrafttreten des abgestimmten Antrags beruhte in diesem Fall auf der notwendigen Prüfung durch die jeweiligen Verwaltungsstellen und Vorstände.
Diese BUKO war in puncto personeller Veränderungen seitens unserer Bundesgeschäftsstelle im GJW eine Zäsur. Jason Querner und Mirko Thiele wurden aus dem GJW verabschiedet, um zum 01.09. möglichst gut ihre neue Rolle im Bund einnehmen zu können. Ramona Goldbeck verlässt zum 30.04. Maria Hofmeister hat zum 31.05. gekündigt und Sam Mail sowie Kathrin Eberbach (30.09.) verabschieden wir im Spätsommer, weil Sie ihren Dienst beenden. Wir sind ihnen von Herzen dankbar, dass sie sich über viele Jahres hinweg so stark im GJW engagieren und dieses prägen mit Werten und Kultur! Das werden wir sehr vermissen.
Wie bei jeder Bundeskonferenz stand der Glaube und geistliche Gemeinschaft im Mittelpunkt. Die BUKO begann mit einer Andacht von Agathe Dziuk (GJW Berlin-Brandenburg), die uns erinnert hat, wie wir auf Verbundenheit und tragende Gemeinschaft angelegt sind. „Es ist nicht gut, dass der Mensch alleine sei.“ Victoria Ott (GJW Mecklenburg-Vorpommern) hat uns in ihrer Andacht am Samstagmorgen veranschaulicht, was wir vom Sauerteig als Bild für das Himmelreich Gottes lernen können. Simon Werner (GJW Bundesgeschäftsstelle/Akademie) hat uns in seiner narrativen Predigt aufgezeigt, wie die (Glaubens-) Reise vom Propheten Elia verlief und sich sein Gottesbild verändert und erneuert hat. Wer wollte, konnte sich an beiden Tagen schon vor dem Frühstück zur Lectio Divina (meditative Bibellese) treffen.
Die 38. Bundeskonferenz war geprägt von intensivem Austausch, vielen Gesprächen, wunderbaren Gästen und erfolgreichen Abstimmungen. Danke an alle, die Teil dieser Veranstaltung waren und sich auf verschiedenste Weise eingebracht und mitgewirkt haben.
Arne Zander,
stellvertretender Vorsitzender des GJW Bundesvorstands























