Begegnung mit Gott, miteinander, mit der Welt.

Sam Mail im Interview mit Lea Herbert anlässlich des BUJU 2026

Von Sam Mail |  Erschienen in HERRLICH 01|2026, Seiten 48-49  

Lea: Liebe Sam! Du hast die Projektleitung für das Bundesjugendtreffen 2026. Dein wievieltes BUJU ist es? 

Sam: Ich habe 2016 (Heimatgeber) zum ersten Mal das BUJU in der Projektleitung verantwortet, aber mein allererstes BUJU, bei dem ich dabei war, war unberechenbar in Alsfeld. Dieses Jahr ist es also mein sechstes BUJU.

Lea: Das Thema des BUJU lautet dieses Mal: Soli Deo Gloria – Gott allein die Ehre! Was bedeutet Dir diese Aussage?

Sam: Ich bin davon überzeugt, dass unser Leben ein Geschenk ist und es darauf ankommt, wie wir mit diesem Geschenk umgehen. Ich darf stolz sein auf das, was ich einbringe, und zugleich wissen: Ich halte mich nicht selbst. Ich bin gehalten von Gott, der schenkt, was ich zum Leben brauche.
In einer Welt, die meinen Wert an Leistung misst, ist das der Boden, auf dem ich stehe. Du und ich sind getragen von einer Liebe, die für alle da ist und in der alle zuhause sein dürfen.
Gott die Ehre geben, heißt für mich, diese Liebe zugänglich zu machen – für andere und für mich selbst. Türen und Fenster zu Gott zu öffnen.

Lea: Worauf freust Du Dich schon jetzt, wenn Du an das BUJU denkst?

Sam: Für mich fängt das BUJU in dem Moment an, in dem wir entscheiden, dass es ein BUJU wieder geben wird. Viele Monate Planung und Organisation gehören dazu, damit wir dann im Sommer eine Woche lang gemeinsam BUJU Festival feiern können. Ich liebe es, wenn ich auf dem Platz stehe und sehe, wie so viele Menschen sich mit Herz und Seele für junge Menschen engagieren und wie alles auf einmal wie ein großes Puzzle zusammenkommt. Alle Einzelteile finden ihren Platz und das, was vor Monaten mal eine gute Idee irgendwo war, wird auf einmal Realität und schafft Raum für Gottesmomente. 

Lea: BUJU wäre nicht möglich ohne die vielen Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen der Landes-GJWs, das ist klar. Dafür sind wir sehr dankbar. BUJU heißt aber auch, dass die Bundesgeschäftsstelle des GJW in Elstal in vollem Einsatz ist. Jetzt wird sich viel verändern. Wir wissen Stand heute nicht, ob künftig ein BUJU stattfinden wird. Was denkst Du? Ist es wichtig, dass es mit dem BUJU weitergeht?

Sam: Auf jeden Fall. BUJU ist nicht einfach ein Event – es ist ein Resonanzraum. Ein Ort, an dem junge Menschen merken: Ich bin nicht allein mit meinem Glauben, meinen Fragen und mit meiner Suche.
Das erste BUJU fand 1977 auf der Burg Feuerstein statt und seitdem ist es eine Bewegung, die Biografien prägt – Freundschaften, die ein Leben lang halten; Beziehungen, die zu Familien werden und ein tragfähiger Glaube, der in Taufen in Ortsgemeinden gefeiert wird, gehören alle mit zum BUJU.
Mit all diesen unterschiedlichen Aspekten prägt das BUJU nun schon seit knapp 50 Jahren unsere baptistische Identität und unsere Werte. Gerade jetzt, wo Kirche schrumpft und oft fragmentiert wirkt, zeigt sich: BUJU ist etwas Besonderes. Es sagt jungen Menschen nicht nur: Du darfst da sein. Sondern: Du bist Teil von etwas Größerem. 
Gemeinschaft, geistliche Tiefe, Freiheit im Denken und Glauben – das bleibt, oft leise, aber langfristig. 
Natürlich ist BUJU kein Selbstzweck. Wenn es weitergeht, dann nicht aus Nostalgie, sondern weil es Sinn macht – theologisch, geistlich, missionarisch. Vielleicht kleiner, vielleicht anders, vielleicht mutiger. Aber der Kern bleibt: Begegnung mit Gott, miteinander, mit der Welt. 
Und ja, ich glaube: Es ist wichtig. BUJU schafft Räume, in denen junge Menschen getragen werden, staunen und wachsen können. Räume, in denen Türen und Fenster zu Gott offenstehen. Das ist es, was bleibt.

Lea: Herzlichen Dank, liebe Sam, für das Interview. BUJU 2026 - ich freue mich schon jetzt auf die Gottesmomente in großer Gemeinschaft.  

Sam Mail

Sam Mail ist Pastorin und Projektleiterin des BUJU. Ihre Teenager-Mädels, ihr Mann und ein Hund halten sie auf Trab und füllen ihr Herz. Sam lebt in Potsdam, liebt Jesus, Schwimmen im See und British Stand Up Comedy.