Methodensammlung: Regeln vereinbaren und Einhalten
Wie wollen wir miteinander umgehen und arbeiten?
SPIEL: Augenblick
WOMIT?
Es wird kein Material benötigt.
WOZU?
Eine kleine Vorübung zum Thema „nonverbale Kommunikation“.
WER?
Kinder und Jugendliche ab 6 Jahren.
WAS UND WIE?
In jeder Runde stehen sich zwei Teilnehmende gegenüber. Beide versuchen, einander tief in die Augen zu schauen, ohne dabei zu lachen. Wer zuerst lacht, hat verloren. Wer hält den (Augen-)Blick am längsten? Gar nicht so einfach, das durchzuhalten! Wir lernen, dass wir auch ohne Worte miteinander kommunizieren. Darauf wollen wir im Folgenden achten!
Hinweis:Dieses Spiel kann auch als Ausscheidungswettbewerb durchgeführt werden.
SPIEL: Nur mit dem Zeigefinger
WOMIT?
Gebraucht wird ein langer, dünner Stab (mind. 2 Meter).
WOZU?
Die Gruppe löst gemeinsam eine Aufgabe. Alle sind wichtig und werden gebraucht. Gemeinsam wird das Ziel erreicht.
WER?
Mindestens 5 Teilnehmende ab 6 Jahren.
WAS UND WIE?
Die Mitspielenden stehen sich versetzt gegenüber. Es dürfen nur Zeige- und Mittelfinger benutzt werden. Die Aufgabe ist nun, einen langen Stab, der auf die Finger der Teilnehmenden gelegt wird, auf dem Boden abzulegen. Die Finger müssen dabei bleiben, wie sie sind, und immer den Stab berühren. Niemand darf den Kontakt zum Stab verlieren!
Kommentar: Die Spielleitung legt zu Beginn des Spiels den Stab auf die Finger der Gruppe. Anschließend achtet sie darauf, dass die Spielregeln eingehalten werden. Wahrscheinlich werden die Mitspielenden sich so sehr bemühen, nicht den Kontakt zum Stab zu verlieren, dass dieser immer höher angehoben wird, statt nach unten abgelegt zu werden.
Variante A: Die Teilnehmenden dürfen verbal miteinander kommunizieren.
Variante B: Die Teilnehmenden dürfen nur non-verbal miteinander kommunizieren.
Wir lernen, wie wichtig es ist, gut miteinander zu kommunizieren, um gemeinsam eine schwierige Aufgabe zu lösen!
SPIEL: Dampfer im Nebel
WOMIT?
Gebraucht werden Augenbinden für alle Teilnehmenden.
WOZU?
Die Gruppe löst gemeinsam eine Aufgabe. Alle sind wichtig und werden gebraucht. Gemeinsam wird das Ziel erreicht.
WER?
5-8 Teilnehmende ab 6 Jahren.
WAS UND WIE?
Die Gruppe muss mit verbundenen Augen eine gewisse Strecke zurücklegen. Nur eine Person kann sehen. Es geht also darum, eine Lösung für dieses Problem zu finden.
Geschichte: Ein Dampfer ist in dichten Nebel geraten. Nur eine Person (der Kapitän / die Kapitänin) kann über das Radargerät den richtigen Weg sehen. Diese Person befindet sich auf der Brücke (in der Mitte des Dampfers) und kann den Dampfer nicht mit gesprochenen Kommandos lenken. Wie kommt der Dampfer trotzdem sicher durch den Nebel?
Wir lernen, wie wichtig es ist, gut miteinander zu kommunizieren, um gemeinsam eine schwierige Aufgabe zu lösen!
Die Spielleitung sollte sich vorher eine Wegstrecke für den „Dampfer“ überlegen.
SPIEL: Balljongleure
WOMIT?
Gebraucht werden Luftballon(s).
WOZU?
Die Gruppe löst gemeinsam eine Aufgabe. Alle sind wichtig und werden gebraucht. Gemeinsam wird das Ziel erreicht.
WER?
3-10 Teilnehmende ab 6 Jahren.
WAS UND WIE?
Die Teilnehmenden bilden einen Kreis und fassen sich an den Händen. Die Aufgabe ist es nun, einen (oder mehrere) Luftballon(s) möglichst lange in der Luft zu halten, ohne dass die Kette auseinanderbricht. Es kann nach und nach auch die Benutzung mancher Körperteile verboten werden.
SPIEL: Reaktionskette
WOMIT?
Gebraucht werden 2 x 4 Farbkarten (vier verschiedene Farben).
WOZU?
Die Gruppe löst gemeinsam eine Aufgabe. Alle sind wichtig und werden gebraucht. Gemeinsam wird das Ziel erreicht.
WER?
Mindestens 8 Teilnehmende ab 6 Jahren.
WAS UND WIE?
Die Gruppe wird in zwei Teams geteilt. Die Teams bekommen nun Zeit, sich für jede der vier Farben auf den Karten ein Klopfzeichen zu vereinbaren (z.B. „in Nacken klopfen“ für „Rot“ und „auf linke Schulter klopfen“ für „Gelb“ usw.). Anschließend setzen die Gruppen sich in zwei Reihen hintereinander hin. Vor den beiden Reihen, zwischen den vordersten Personen, liegen alle vier Farben.
Die Spielleitung zeigt nun der hintersten Person eine Farbe. Diese wird durch Klopfzeichen an den Vordermann bzw. die Vorderfrau weitergegeben. Diese*r nimmt die entsprechende Karte auf und zeigt sie hoch. Das Team, das gewonnen hat, darf einen Platz weiter rutschen (die vorderste Person geht nach hinten usw.). Gewonnen hat das Team, dessen erste Person zuerst wieder vorne sitzt.
SPIEL: Das Blatt wenden
WOMIT?
Gebraucht wird Baumarktfolie oder eine Decke.
WOZU?
Die Gruppe löst gemeinsam eine Aufgabe. Alle sind wichtig und werden gebraucht. Gemeinsam wird das Ziel erreicht.
WER?
Kinder und Jugendliche ab 6 Jahren.
WAS UND WIE?
Die ganze Gruppe stellt sich auf eine ausgebreitete Decke oder Folie. Sie muss nun versuchen, die Decke bzw. Folie zu wenden, ohne mit irgendeinem Körperteil den Boden zu berühren.
SPIEL: Gordischer Knoten
WOMIT?
Es wird kein Material benötigt.
WOZU?
Die Gruppe löst gemeinsam eine Aufgabe. Alle sind wichtig und werden gebraucht. Gemeinsam wird das Ziel erreicht.
WER?
Mindestens 5 Teilnehmende ab 6 Jahren.
WAS UND WIE?
Alle stehen im Kreis, strecken beide Arme nach vorne aus und schließen die Augen. Vorsichtig gehen alle Personen Richtung Kreismitte, bis sie die Hände der anderen Teilnehmenden spüren. Nun greift jede Hand nach einer beliebigen anderen Hand. Die Teilnehmenden dürfen anschließend die Augen öffnen und versuchen, den entstandenen Knoten zu lösen. Dabei halten sie sich immer fest an den Händen und dürfen nie loslassen.
SPIEL: Male du, was ich sehe
WOMIT?
Für jedes Paar werden ein Stift, ein leeres Blatt Papier und ein Papier mit einem bereits aufgezeichneten Bild benötigt.
WOZU?
Die Teilnehmenden üben „Aktives Zuhören“ und „Spiegeln“ ein. Sie lernen nachzufragen und zuzuhören, gemeinsam Erfolge und Frustration auszuhalten.
WER?
Kinder und Jugendliche ab 6 Jahren (in Zweiergruppen).
WAS UND WIE?
Jeweils zwei Teilnehmende setzen sich Rücken an Rücken. Eine Person hat ein Bild vor sich, das sie nun der anderen Person beschreibt. Die Person mit dem leeren Blatt hat die Aufgabe, das Bild nach der Beschreibung und möglichst nah am Original nachzuzeichnen. Dabei darf sie nicht über die Schulter schauen, aber sie darf Fragen zum Bild stellen.
INTERAKTIONSSPIEL: Der große Eierfall
WOMIT?
Gebraucht werden für jede Kleingruppe (4-5 Teilnehmende), 1 rohes Ei, 25 Strohhalme und 1,5 Meter Tesafilm.
WOZU?
Die Teilnehmenden können etwas Neues ausprobieren und dabei erleben, wie sie diese Herausforderung in einer kleinen Gruppe bewältigen.
WER?
Kinder und Jugendliche ab 8 Jahren (in Kleingruppen von 4-5 Personen).
WAS UND WIE?
Jede Gruppe hat die Aufgabe, ihr rohes Ei mit den Strohhalmen und dem Tesafilm so einzupacken, dass man es anschließend aus 2,5 Metern Höhe auf den Fußboden fallen lassen kann, ohne dass es dabei kaputt geht! Für diese Aufgabe haben die Gruppen 30-45 Minuten Zeit. Anschließend werden die Eier mit großem Hallo (Countdown von 10 bis 1 usw.) fallen gelassen. Welche Konstruktion hält? Wie haben die Kinder in den Gruppen sich selbst bei dieser Aufgabe erlebt?
SPIEL: Auf den Rücken malen
WOMIT?
Gebraucht werden ein Stuhl pro Person, ein Stift pro Stuhlreihe, Kladde mit leerem Papier für die Mitspielenden, Papier mit Bildmotiven für die Spielleitung.
WOZU?
Die Teilnehmenden lernen, die eingehenden nonverbalen Signale zu lesen, einzuordnen und umzusetzen.
WER?
Kinder und Jugendliche ab 6 Jahren; Gruppengröße ab 6 Personen.
WAS UND WIE?
Die Mitspielenden sitzen in einer oder mehreren Stuhlreihen hintereinander. Den jeweils hinteren Personen der Reihe zeigt die Spielleitung ein Bild. Währenddessen schauen alle anderen nach vorne. Das gezeigte Bild wird nun von den Mitspielenden auf den Rücken der direkt vor ihnen sitzenden Person gemalt, und diese malen das, was sie auf dem Rücken gespürt haben, wiederum der Person vor ihnen auf den Rücken. Dies setzt sich bis zur vordersten Person fort. Die hat einen Stift und eine Kladde mit Papier vor sich liegen und malt nun auf, was sie gespürt hat. Dann wird verglichen, welches Bild die Spielleitung ursprünglich gezeigt hat und was die vordersten Personen jeweils gezeichnet haben.
Achtung: Einfach nachvollziehbare und nachzuzeichnende Motive verwenden (z.B. einfache geometrische Formen wie Dreieck und Quadrat, drei gleich oder verschieden große Kreise oder / und einfache Motive wie Sonne, Blume, Smiley, Herz, etc.).
Die Motive sollten gut erkennbar gemalt sein. Es werden mehrere Runden gespielt. Am Ende jeder Runde rutschen alle Mitspielenden einen Stuhl nach hinten, so dass jede Person einmal am Anfang und einmal am Ende der Reihe gesessen hat. Ziel des Spiels ist es, das Motiv möglichst genau wiederzugeben.
REFLEXION: Giraffensprache
WOMIT?
Gebraucht werden Symbol- oder Wortkarten mit den Begriffen „Beobachtung“ (Kamera), „Gefühl“ (Herz), „Bedürfnis“ (Geschenk), „Bitte“ (Mund).
WOZU?
Die Teilnehmenden werden ermutigt, Beobachtungen, Gefühle, Bedürfnisse und Bitten zu kommunizieren. Konflikte werden nach den Schritten der „Gewaltfreien Kommunikation“ gelöst.
WER?
Kinder und Jugendliche ab 6 Jahren.
WAS UND WIE?
Marshall Rosenberg, der Erfinder der Gewaltfreien Kommunikation, hat in seinen Seminaren viel mit Handpuppen gearbeitet. Als Symbol für die Sprache der Gewaltfreien Kommunikation wählte er die Giraffe, denn die Giraffe ist das Landtier mit dem größten Herzen. Die Giraffensprache ist also die Sprache des Herzens.
Mit ihrer Körpergröße und ihrem langen Hals hat die Giraffe einen super Überblick über Situationen. Deshalb kann sie gut beobachten. Und dann horcht sie in ihr großes Herz hinein: Was sind da für Gefühle? Ist es Wut, Enttäuschung, Traurigkeit, Unsicherheit, Müdigkeit? Diese Gefühle leiten ihr den Weg, ihre Bedürfnisse zu erkennen.
Mit den Teilnehmenden wird zur Konfliktklärung eingeübt, in einzelnen Schritten Beobachtungen, Gefühle, Bedürfnisse und Bitten zu formulieren:
- Beobachtung: Forme mit deinen Händen eine Kamera vor deinen Augen: „Welche konkreten Ereignisse beobachte ich?“
- Gefühl: Lege deine Hand auf dein Herz: „Welches Gefühl nehme ich wahr?“
- Bedürfnis: Lege deine Hand auf deinen Bauch und sage: „Was brauche ich?“
- Bitte: Lege beide Hände zusammen: „Wie kann das Bedürfnis erfüllt werden?“
SPIEL: Zehn Gebote selbst erfinden
WOMIT?
Gebraucht werden Papier und Stifte.
WOZU?
Wenn die Teilnehmenden ihr eigenes „Grundgesetz“ erstellen dürften, wie sähe das aus?
WER?
Kinder und Jugendliche ab 8 Jahren.
WAS UND WIE?
In zwei oder vier Kleingruppen bekommen die Teilnehmenden folgende Aufgabe:
„Ein neuer Kontinent wurde entdeckt! Ihr seid die ersten Menschen, die dort leben wollen. Einigt euch auf zehn Regeln, die in eurem neuen Land absolute Geltung haben sollen!“
Jede Gruppe schreibt ihre Regeln gut lesbar auf einzelne DIN A4-Blätter. Dann finden sich zwei Gruppen zusammen, diskutieren ihre 20 Regeln und einigen sich wiederum auf eine Anzahl von 10 Regeln. Bei vier Gruppen wird dieser Vorgang noch einmal wiederholt.
Die nun vorliegenden 10 Regeln können mit den 10 Geboten der Bibel, dem Dekalog, ins Gespräch gebracht werden. Welche Regeln kommen in beiden Regelwerken vor, welche nicht. Und was bedeutet das? Anschließend kann überlegt werden, was die eigenen Zehn Gebote für den Umgang miteinander bedeuten könnten …
REFLEXION: Kommunikation
WOMIT?
Es wird kein Material benötigt.
WOZU?
Wir denken miteinander über unseren Kommunikationsstil nach – und darüber, was wir an unserer Kommunikation gegebenenfalls verbessern können.
WER?
Jugendliche ab 13 Jahren.
WAS UND WIE?
Einführung in das Kommunikationsmodell nach Friedemann Schulz von Thun: Die zwischenmenschliche Kommunikation besteht immer aus einem „Sender“ und einem „Empfänger“. Beide Begriffe sind Fachbegriffe und werden im Folgenden in Anführungszeichen gesetzt. Gesendet und empfangen werden „Nachrichten“. Der „Sender“ möchte etwas mitteilen. Der „Empfänger“ hat die Aufgabe, die vielen Botschaften zu entschlüsseln.
Zwischenmenschliche Kommunikation kann aus vier Perspektiven beleuchtet werden. Vereinfacht gesagt: Jede Nachricht hat vier Seiten, die der „Empfänger“ wiederum auf vier unterschiedliche Weisen (mit „vier Ohren“) hören kann! Ein und dieselbe Nachricht kann vier unterschiedliche Botschaften enthalten:
- Sachinhalt (worüber ich informiere): Die Nachricht enthält eine Sachinformation (zum Beispiel: „Die Ampel ist grün.“).
- Selbstoffenbarung (was ich von mir selbst preisgebe): In jeder Nachricht stecken auch immer Informationen über die Person des „Senders“ (zum Beispiel: Der „Sender“ scheint die deutsche Sprache zu beherrschen, kann Farben unterscheiden, ist aufmerksam und hat es eilig.).
- Beziehung (was ich von dir halte und wie wir zueinander stehen): Dieser Teil der Nachricht zeigt sich oft im Tonfall, in der gewählten Formulierung, der Mimik etc. Für diese Seite der Nachricht hat der „Empfänger“ ein besonders hellhöriges Ohr, weil er sich hier als Person in bestimmter Weise behandelt oder misshandelt fühlt (zum Beispiel: „Der Mann gibt seiner Frau zu erkennen, dass er es ihr nicht zutraut, ohne seine Hilfe optimal zu fahren.“).
- Appell (wozu ich dich veranlassen möchte): Alle Nachrichten haben die Absicht, auf den „Empfänger“ „Einfluss“ zu nehmen. Nichts wird nur so dahingesagt (Im Beispiel vielleicht: „Gib Gas!“).
Zusammengefasst bedeutet dies: „Er (der „Sender“) teilt Sachinformationen mit; stellt sich dabei gleichzeitig selbst dar; drückt aus, wie er zum „Empfänger“ steht, so dass sich dieser in der einen oder anderen Weise behandelt fühlt; und versucht Einfluss auf das Denken, Fühlen und Handeln des anderen zu nehmen.“ (F. Schulz v. Thun, Miteinander reden: Störungen und Klärungen, Reinbek 1981, S. 44).
Explizite und implizite Botschaften: Bei einer Nachricht des „Senders“ muss auch zwischen impliziten und expliziten Botschaften unterschieden werden (unabhängig von den vier Seiten einer Nachricht!). Explizite Botschaften sind ausdrücklich formuliert („Paul, mach bitte die Musik leiser!“). Implizit bedeutet, dass etwas nicht direkt gesagt wird, aber trotzdem in der Nachricht drinsteckt oder hineingedeutet werden könnte („Man kann ja sein eigenes Wort nicht verstehen, Paul!“). Meistens wird die Hauptbotschaft implizit gesendet, damit man sie notfalls dementieren kann („Das habe ich nicht gesagt!“).
Kongruente und inkongruente Botschaften: Außerdem wird zwischen kongruenten und inkongruenten Botschaften unterschieden. Einfach gesagt bedeutet dies, dass unsere Botschaften sprachliche (das, was wir sagen) und nichtsprachliche Anteile (Mimik, Gestik etc.) haben. Diese Anteile können sich entweder ergänzen, z.B. wenn jemand sagt: „Mir geht es gut!“ und dabei lacht und einen Luftsprung macht (kongruent), oder widersprechen, z.B. wenn jemand sagt: „Mir geht es gut!“ und dabei weint (inkongruent).
Auch der „Empfänger“ einer Nachricht nimmt diese auf vier unterschiedlichen Kanälen („vier Ohren“) auf. Je nachdem, mit welchen seiner vier Ohren der „Empfänger“ besonders gut hört, nimmt das Gespräch einen sehr unterschiedlichen Verlauf. Im Prinzip wird zwischenmenschliche Kommunikation durch die Tatsache erschwert, dass der „Empfänger“ die Möglichkeit hat, frei auszuwählen, auf welchem Ohr er die empfangene Botschaft hören will.
Um auf unser Beispiel mit dem Auto zurückzukommen: Der Mann sagte: „Du, da vorne ist grün!“
- Sachinhalt (Worüber werde ich informiert? Wie ist der Sachverhalt zu verstehen?): Die Nachricht enthält eine Sachinformation. (Im Beispiel: „Ja, hier ist grüne Welle, das ist aber angenehm!“)
- Selbstoffenbarung (Was gibt der andere über sich preis? Was ist das für einer? Was ist mit ihm los?): In unserem Beispiel könnte die Antwort lauten: „Du hast es eilig?“
- Beziehung (Wie redet der eigentlich mit mir? Was denkt er über mich?): Würde die Frau besonders gut auf dem Beziehungsohr hören, könnte ihre Antwort lauten: „Fährst du oder fahre ich?“ Sie würde damit signalisieren, dass sie sich gegen die (gehörte) Bevormundung wehrt. Viele Menschen hören auf dem Beziehungsohr besonders gut!
- Appell (Was soll ich tun, denken, fühlen?): Alle Nachrichten haben die Absicht, auf den „Empfänger“ „Einfluss“ zu nehmen. Veranlasst durch das Hören der Botschaft auf diesem Ohr, könnte die Frau Gas geben!
Um zu verhindern oder das Risiko möglichst gering zu halten, einander falsch zu verstehen, ist es notwendig, dass der „Sender“ sich über seine gesendete Nachricht und die darin enthaltenen Botschaften Gedanken macht und überlegt, wie er was formuliert. Andererseits kann der „Empfänger“ dem „Sender“ durch „Aktives Zuhören“ und Antworten mitteilen, ob er ihn richtig verstanden hat.
Wichtig ist, dass man in „Ich-Botschaften“ spricht: „ICH habe das Gefühl, dass du gerade enttäuscht von mir bist.“ Und nicht: „Dir kann man aber auch gar nichts recht machen!“ Durch das Verwenden des „Du“ greift man den anderen oft an!
Aktives Zuhören: Man hört „aktiv“ zu, indem man die sachliche Aussage der Gesprächspartnerin oder des Gesprächspartners mit eigenen Worten wiederholt (paraphrasieren): „Bei mir kam jetzt an, dass die Zelte in einem katastrophalen Zustand zurückgebracht wurden.“ Die emotionale Aussage der Partnerin oder des Partners wird mit eigenen Worten wiederholt (verbalisieren): „Ich nehme wahr, dass du dich ganz schön über meine Schlampigkeit beim Reinigen der Zelte geärgert hast!“ Dem Gesprächspartner sollte beim Aktiven Zuhören die völlige Aufmerksamkeit zuteil werden.