Methodensammlung: Prozesse auswerten und Feedback geben

Was war gut, was war schlecht und was lernen wir daraus?


IMPULS: Feedback

WOMIT?

Es wird kein Material benötigt.

WOZU?

Feedback zu geben und anzunehmen kann man lernen!

WER?

Jugendliche ab 14 Jahren.

WAS UND WIE?

Feedback spiegelt und kritisiert das Verhalten einer Person, nicht ihre Persönlichkeit. Beim Feedback werden immer subjektive Eindrücke vermittelt. Eine Verhaltensänderung ist möglich, muss aber nicht geschehen. Es ist wichtig, dass ein Feedback möglichst unmittelbar erfolgt und sich auf ein konkretes Verhalten oder Ereignis bezieht. Dabei sollte auf einen geeigneten Rahmen und eine gute Atmosphäre geachtet werden.

Regeln für das Feedback:

  • Zuerst positives Feedback geben, danach auf negative Punkte eingehen.
  • Was ist gut? Was kann anders bzw. besser laufen?
  • Situationsbezogene Kritik, keine Pauschalurteile!
  • Konkrete Punkte und Beispiele benennen, Konsequenzen aufzeigen, Ziele formulieren!
  • Ich-Botschaften äußern!
  • Eigene Gefühle, Wahrnehmungen und Vermutungen auch als solche benennen!

Tipp für die Person, die das Feedback empfängt:

  • Keine Verteidigungshaltung!
  • Rechtfertigungen sind nicht nötig.
  • Zuhören, nachfragen, nachdenken und eigene Grenzen klar formulieren.

REFLEXION: Feedbackbriefe

WOMIT?

Gebraucht werden Karteikarten und Stifte.

WOZU?

Feedback zu geben und anzunehmen kann man lernen!

WER?

Jugendliche ab 14 Jahren.

WAS UND WIE?

Diese Methode eignet sich besonders als Abschluss einer gemeinsamen Aktion. Es ist wichtig, dass sich alle Teilnehmenden kennen. Alle schreiben ihre Namen jeweils auf eine Karte und legen sie verdeckt auf den Boden. Nacheinander ziehen alle eine Karte und behalten dabei aber für sich, welchen Namen sie gezogen haben. Auf die Rückseite soll nun für die gezogene Person ein Feedback notiert werden. Entsprechende Leitfragen dazu können vorgegeben werden (z.B.: Was hat mir an dir besonders gut gefallen? In welchen Bereichen kannst du dich noch weiterentwickeln?). Anschließend werden die Karten wieder auf dem Boden verteilt, diesmal allerdings mit den Namen nach oben. Alle dürfen nun die eigene Karte aufnehmen und das für sie bestimmte Feedback lesen. Danach hat jede*r die Möglichkeit, sich zu dem Feedback zu äußern. Ob ein Feedback vorgelesen wird, bleibt selbstverständlich den Einzelnen überlassen.


REFLEXION: Rückenstärkung

WOMIT?

Gebraucht werden stabiles Papier, Stifte und Klebeband.

WOZU?

Feedback geben!

WER?

Jugendliche ab 14 Jahren.

WAS UND WIE?

Diese Methode eignet sich für den Abschluss einer gemeinsamen Aktion. Alle bekommen ein Blatt Papier auf den Rücken geklebt. Die Aufgabe ist nun, möglichst allen Teilnehmenden ein kurzes positives Feedback auf den Rücken zu schreiben. Kritische Bemerkungen sollen an einer anderen Stelle gegeben werden. Diese Rückenstärkung kann eine Ermutigung für jede und jeden Einzelne:n sein und ist außerdem eine schöne Erinnerung an die gemeinsame Aktion.

Variante: Wenn die Gruppe größer oder die Aktion umfangreicher ist, können die Blätter auch über einen längeren Zeitraum hinweg ausgelegt werden. Alle haben dann die Gelegenheit, z.B. im Laufe eines Tages, ein Feedback zu den einzelnen Personen abzugeben. Wichtig ist, die Blätter mit Namen zu versehen.


REFLEXION: Schatzkoffer

WOMIT?

Gebraucht werden etwas stabileres Papier (am besten DIN A3 – je nach Gruppengröße), Stifte und Platz zum Auslegen der Blätter (auf Tischen, Stühlen oder dem Boden).

WOZU?

Feedback geben!

WER?

Kinder und Jugendliche ab 9 Jahren.

WAS UND WIE?

Hier sind zwei Varianten denkbar:

Variante 1: Wenn eine Gruppe ein intensives Erlebnis über einen längeren Zeitraum hinweg miteinander geteilt hat, dann ist es oft schwer, sich allein wieder im Alltag zurechtzufinden. Dieser „Schatzkoffer“ ist ein wertvolles und ermutigendes Mitbringsel bei der Rückkehr in den Alltag. Alle Teilnehmenden erhalten ein Blatt Papier und malen die Umrisse eines Koffers auf. An den Koffergriff wird ein Namensschild gezeichnet, so dass deutlich zu sehen ist, wem dieser Koffer gehört. Die bemalten Papiere werden nun so ausgelegt, dass alle einzeln beschriftet werden können, ohne dass man sich gegenseitig in die Quere kommt. Alle schreiben nun den anderen etwas auf den Koffer: einen Wunsch, eine Wertschätzung, etwas, das man am anderen mag oder bewundert. Es dürfen nur positive Beobachtungen aufgeschrieben und gute Wünsche formuliert werden.

Variante 2: Der Koffer kann auch nur mündlich gepackt werden. Eine Person bittet darum, dass ihr Koffer gefüllt wird. Jede*r sagt nun „Ich lege dir in deinen Koffer …“ Auch hier dürfen nur positive, ermutigende und unterstützende Voten geäußert werden. Der „mündliche Koffer“ ist nicht so intensiv und persönlich wie Variante 1, aber auch nicht so zeitaufwendig. Der große Nachteil ist, dass die ermutigenden Koffer-Zutaten zu Hause nicht schwarz auf weiß noch einmal nachgelesen werden können.


REFLEXION: Abschlussalphabet

WOMIT?

Gebraucht werden ein großes Plakat und Eddings.

WOZU?

Gemeinsame Auswertung einer Aktion.

WER?

Kinder und Jugendliche ab 10 Jahren.

WAS UND WIE?

Auf einem großen Plakat werden am linken Rand untereinander alle Buchstaben des Alphabets von A bis Z aufgeschrieben. Alle Teilnehmenden sind nun aufgefordert, ihre Gedanken zum Abschluss einer Aktion oder eines Prozesses einzubringen. Dabei kann alles genannt werden, was in irgendeiner Art und Weise mit der Aktion oder dem Prozess zu tun hat. Alle Beiträge werden hinter dem entsprechenden Anfangsbuchstaben notiert. Die genannten Stichworte kann man am Ende noch einmal aufgreifen oder uneindeutige Formulierungen miteinander besprechen.

Varianten: Diese Methode kann auch zum Einstieg in ein Thema als Brainstorming eingesetzt werden. Auch die aktuelle Gruppensituation lässt sich mit Hilfe dieser Methode beschreiben. Dazu kann auch jede:r ein eigenes Alphabet auf einen Zettel schreiben, als Grundlage für eine anschließende Austauschrunde.


REFLEXION: Blitzlicht

WOMIT?

Es wird kein Material benötigt.

WOZU?

Gemeinsame Auswertung einer Aktion.

WER?

Kinder und Jugendliche aller Altersgruppen.

WAS UND WIE?

Die Gruppenmitglieder geben bei einer „Blitzlichtrunde“ der Reihe nach mit wenigen Worten ihr persönliches Statement zu einer konkreten Frage (z.B.: Wie fühle ich mich mit der Situation? Wie empfinde ich den aktuellen Prozess?). Diese Äußerungen dürfen von den anderen weder kommentiert noch kritisiert werden. Es sollte auch nicht nachgefragt und gebohrt werden, falls eine Person nichts sagen will. Alle sagen nur das, was sie sagen möchten. Auf diese Weise bekommt man schnell einen guten Einblick in die momentane Stimmungslage innerhalb einer Gruppe.


REFLEXION: One-Minute-Paper

WOMIT?

Gebraucht werden Papier und Stifte.

WOZU?

Gemeinsame Auswertung einer Aktion (ohne viel Nachdenken).

WER?

Kinder und Jugendliche ab 10 Jahren.

WAS UND WIE?

Am Ende einer Aktion bekommen alle ein Blatt Papier, auf das sie alle positiven Gedanken und Rückmeldungen schreiben (eine Minute Zeit):

  • Was hat mir gefallen?
  • Worüber habe ich mich gefreut?
  • Was hat mich inspiriert?

Auf der Rückseite werden alle negativen oder unklaren Gedanken notiert (eine Minute Zeit):

  • Was hat mir nicht gefallen?
  • Worüber habe ich mich geärgert?
  • Was hätte nicht sein müssen?

Anschließend dürfen die Teilnehmenden ihre gesammelten Gedanken an die Gruppe weitergeben. Anhand der Rückmeldungen können nun gemeinsam Vorschläge für mögliche Konsequenzen erarbeitet werden (Was könnte man beim nächsten Mal anders machen?).


REFLEXION: Schatzkiste und Mülleimer

WOMIT?

Gebraucht werden ein Mülleimer, eine Schatzkiste, Papier und Stifte.

WOZU?

Gemeinsame Auswertung einer Aktion.

WER?

Kinder und Jugendliche ab 9 Jahren.

WAS UND WIE?

Die Gruppe sitzt im Kreis um die Schatzkiste und den Mülleimer herum. Alle Beteiligten erhalten jeweils zwei Blatt Papier und einen Stift. Nun sollen bezeichnende und einprägsame Situationen aus dem Verlauf der vorangegangenen Aktion formuliert werden. Erfreuliche, wertvolle und positive Erlebnisse werden auf das eine der beiden Papiere geschrieben. Ärgerliche, schwierige und negative Situationen kommen auf das andere Papier.

Nacheinander lesen die Teilnehmenden ihre Zettel vor. Wertvolle Erinnerungen werden in die Schatzkiste gelegt, Negatives wird zerrissen und in den Mülleimer geworfen. Wer möchte, kann nach dem Vorlesen noch etwas zu seinen Zetteln erzählen. Über die einzelnen Beiträge sollten allerdings keine Diskussionen entstehen. Nur Verständnisfragen sind erlaubt.


REFLEXION: Standpunkt

WOMIT?

Gebraucht werden vorbereitete Schlagworte (s.u. „WAS UND WIE?“).

WOZU?

Gemeinsame Auswertung einer Aktion.

WER?

Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren.

WAS UND WIE?

Alle Teilnehmenden setzen sich in einen großen Kreis und ziehen jeweils einen Schuh aus. Die Gruppenleitung legt einen Zettel mit einem Schlagwort in die Mitte des Kreises. Die Schlagworte können sich auf eine konkrete Situation innerhalb der Gruppe oder eine vergangene Aktion beziehen (z.B. Teamwork, Umgangsformen, Kompromissbereitschaft, Motivation, Planung, Durchführung).

Nun platziert jede:r Teilnehmende ihren bzw. seinen Schuh, je nach persönlicher Einschätzung der Situation, in Richtung auf das genannte Schlagwort. Ist nach der eigenen Meinung etwas gut gelungen oder positiv umgesetzt worden, wird der Schuh nah an das Schlagwort herangestellt. Bei Skepsis oder kritischen Anmerkungen steht der Schuh in entsprechender Distanz. Anschließend kann die Gruppe über die unterschiedlichen Einschätzungen miteinander ins Gespräch kommen.

Anmerkung: Es können natürlich auch andere persönliche Gegenstände benutzt werden!


REFLEXION: Zehn-Finger-Methode

WOMIT?

Es wird kein Material benötigt.

WOZU?

Gemeinsame Auswertung einer Aktion.

WER?

Kinder und Jugendliche aller Altersgruppen.

WAS UND WIE?

Nach einer Gruppenaktion stellen sich alle Beteiligten in einen Kreis und schließen die Augen. Die Leitungsperson stellt nun eine Frage oder gibt ein Statement zum gerade Erlebten ab, z.B.: Wieviel Spaß hat mir die Aktion gemacht? Wie beurteile ich die Zusammenarbeit in der Gruppe? Wie offen wird miteinander umgegangen? Wie aufgenommen fühle ich mich in der Gruppe? Damit jedes Gruppenmitglied frei vom Konformitätsdruck in der Gruppe antworten kann, bleiben die Augen weiterhin geschlossen. Jede Frage / Jedes Statement wird mit einem „Fingerzeig“ bewertet. Zehn Finger bedeuten uneingeschränkte Zustimmung bzw. „sehr gut“. Kein Finger drückt Ablehnung, große Unzufriedenheit bzw. „sehr schlecht“ aus. Erst wenn alle eine Bewertung gefunden haben, dürfen die Augen geöffnet werden. Nun kann jede Person ihre Einschätzung kurz erläutern. Außerdem kann die Summe der angezeigten Finger gezählt und der Durchschnitt ermittelt werden. Um Stimmungsschwankungen und Entwicklungen in der Gruppe zu erkennen, wird diese Methode zur selben Frage während des Gruppenprozesses mehrmals wiederholt.


REFLEXION: Malen, Zeichnen, Kneten, Modellieren

WOMIT?

Gebraucht werden Papier, Farben, Fimo, Knete, Ton oder vieles anderes.

WOZU?

Dokumentation, Reflexion, Einzelarbeit; passt zu allen möglichen Themen und Fragen.

WER?

Kinder und Jugendliche aller Altersgruppen.

WAS UND WIE?

Was Jüngere machen dürfen, wird Jugendlichen oft verwehrt: das Gehörte und Erlebte kreativ auszudrücken! Es muss nicht immer der Wassermalkasten sein, vielmehr eignen sich auch Fimo, Speckstein oder ein Zeichenprogramm auf dem Laptop ... Lässt man der Gestaltung und Ausdrucksweise ganz viel Freiraum, wird man staunen, was dabei herauskommt!


REFLEXION: Statue

WOMIT?

Gebraucht werden ein Fotoapparat oder eine Handykamera.

WOZU?

Reflexion einer Veranstaltung oder Aktion.

WER?

Kinder und Jugendliche ab 10 Jahren.

WAS UND WIE?

Die Gruppenmitglieder suchen sich eine Körperhaltung aus, die ihre derzeitige Befindlichkeit ausdrückt. „Stellt euch vor, dass ihr als Statue in einem Park auf einem Sockel steht!“ Auf dem Sockel steht das Thema unserer Veranstaltung / Aktion ... Diese Statuen kann man fotografieren. Alle haben danach Gelegenheit, ihr Standbild zu erklären.

❗️Achtung: Vorher klären, ob von den Teilnehmenden Fotos gemacht werden dürfen (Datenschutz!).


REFLEXION: Bildergalerie

REFLEXION: Bildergalerie

WOMIT?

Gebraucht werden Zeitschriften bzw. Bilder.

WOZU?

Reflexion einer Veranstaltung oder Aktion.

WER?

Kinder und Jugendliche ab 10 Jahren.

WAS UND WIE?

Viele ausgeschnittene (Werbe-)Bilder aus Zeitschriften und Illustrierten liegen – wie in einer Galerie – zur Auswahl bereit. Die Beteiligten sollen sich ein Bild aussuchen, das die gemachte Erfahrung ausdrückt. Alle erzählen, warum sie sich gerade dieses Bild ausgesucht haben. Um sich später an die Erfahrung zu erinnern, können alle das Bild mit nach Hause nehmen.


REFLEXION: Smileys / Gefühlskarten

WOMIT?

Gebraucht werden Karten mit verschiedenen Gesichtern (lachend, weinend, unglücklich, nervös …) oder Gefühlskarten mit verschiedenen Stichworten, alternativ „Mimürfel“.

WOZU?

Reflexion einer Veranstaltung oder Aktion.

WER?

Kinder und Jugendliche aller Altersgruppen.

WAS UND WIE?

Viele verschiedene Karten mit Smileys liegen aus, die unterschiedliche Gefühlslagen beschreiben (fröhlich, traurig, ängstlich, glücklich, nervös, gelassen …). Die Gruppenmitglieder sollen sich einen Smiley auswählen, der nach der Aktion gefühlsmäßig zu ihnen passt.

Variante: Alternativ könnte man kreativ gestaltete Gefühlskarten vorbereiten, auf denen verschiedene Gefühle stehen. Für Kinder eignen sich auch sogenannte „Mimürfel“, die man kaufen oder selbst herstellen kann. „Mimürfel“ sind Würfel, die ebenfalls auf jeder Seite eine andere Gefühls-Mimik präsentieren.


REFLEXION: Gruppenbild

WOMIT?

Gebraucht werden große Plakate oder Tapetenrolle, Farben, Pinsel oder Stifte.

WOZU?

Reflexion einer Veranstaltung oder Aktion.

WER?

Kinder und Jugendliche aller Altersgruppen.

WAS UND WIE?

Stellt euch vor, die gemeinsam erlebte Aktion ist eine große Sommerwiese. Wie würdet ihr die Erfahrungen, die ihr gemacht habt, in diesem Bild ausdrücken (Blume, Giftpilz, Biene, Rasenmäher …)? In der Mitte liegt ein großes Plakat aus. Alle sollen nun ihren Teil der Wiese malen und später erläutern.


REFLEXION: Fotoalbum

WOMIT?

Gebraucht werden Smartphone, Beamer oder PC.

WOZU?

Reflexion einer Veranstaltung oder Aktion.

WER?

Kinder und Jugendliche ab 10 Jahren.

WAS UND WIE?

Die Teilnehmenden verwenden ihre Handys und machen Fotos, die ihre Erfahrungen bzw. wichtige Momente während der auszuwertenden Veranstaltung oder Aktion illustrieren. Wie sie das machen, bleibt ihrer Phantasie überlassen. Beim nächsten Treffen werden die Fotos präsentiert und die Veranstaltung damit reflektiert und ausgewertet. Abschließend können noch gemeinsam „normale“ Fotos von der Veranstaltung angeschaut werden.

❗️Achtung: Vorher klären, ob von den Teilnehmenden Fotos gemacht werden dürfen (Datenschutz!).


REFLEXION: Netz gemeinsamer Erfahrungen

WOMIT?

Gebraucht werden reißfeste, dicke Paketschnur und eine Schere.

WOZU?

Reflexion einer Veranstaltung oder Aktion.

WER?

Kinder und Jugendliche ab 10 Jahren.

WAS UND WIE?

Die Teilnehmenden stellen sich nach einem gemeinsamen Erlebnis zu einem Kreis auf und haben Gelegenheit, sich gegenseitig zu danken oder einen wertschätzenden Satz oder einen Wunsch mitzugeben. Eine Person beginnt und wirft einer anderen Person, der für die gemachte Erfahrung, für erlebte Unterstützung oder Hilfe gedankt werden soll, die Paketschnur zu. Diese Person hält sich an der Schnur fest und wirft sie weiter zu einer Person, der sie danken will. So entsteht mit der Zeit ein Spinnennetz (wenn alle beteiligt werden), dass das gemeinsame Erleben und die Tragfähigkeit der Gruppe symbolisiert.

Nun kann sich jeweils eine Person (die ihre Schnurteile an den rechten und linken Nachbarn gegeben hat) in die Mitte des Netzes legen und sich an der gemeinsamen Erfahrung freuen bzw. sich ein letztes Mal von der Gruppe tragen lassen. Am Ende ist es Zeit loszulassen. Vorsichtig wird das Netz abgelegt. Die gemeinsame Erfahrung, die gemeinsame Zeit ist zu Ende. Das Leben geht anders weiter, neue Projekte warten. Aber es geht auch ein Teil des Gemeinsamen mit. Deshalb darf sich jeder ein Stück Netz aus dem Ganzen herausschneiden und mit nach Hause nehmen.


REFLEXION: Bibelverse

WOMIT?

Gebraucht werden Bibeln oder ausgedruckte Bibelverse mit verschiedensten Aussagen.

WOZU?

Reflexion einer Veranstaltung oder Aktion.

WER?

Kinder und Jugendliche ab 9 Jahren.

WAS UND WIE?

Jede Person ist herausgefordert, einen passenden Bibelvers für ihre Situation zu finden, der ihre Erfahrung und ihr Erleben ausdrückt. Um dies zu vereinfachen, könnten verschiedene Bibelverse ausgedruckt und ausgelegt werden, aus denen man sich einen passenden aussuchen kann (das ist besonders bei Kindern hilfreich!).


AKTION: Standortbestimmung durch die Reflexion einer Aktivität

WOMIT?

Je nach Aktivität (s.u.).

WOZU?

Das Team reflektiert über seine Art miteinander umzugehen!

WER?

Jugendliche ab 13 Jahren.

WAS UND WIE?

Die Übung beginnt, indem die Teammitglieder in einem Brainstorming überlegen, was die Zusammenarbeit in einem Team fördert: „Welche Faktoren fördern die Zusammenarbeit in einem Team?“ Die einzelnen Faktoren werden notiert (mögliche Faktoren sind z.B. Ehrlichkeit, Toleranz, Einsicht, Hilfsbereitschaft, Zuhören, Geduld, Absprache, Flexibilität, Verantwortungsgefühl, Selbstdisziplin, Vertrauen, Taktgefühl, Verständnis, Timing, Konzentration, Rücksicht, Diskussionsbereitschaft, Kommunikation, Kooperation, Mitgefühl, Organisation).

Anschließend wird dem Team eine Aufgabe gestellt, die gemeinsam gelöst werden soll. Beispiele dafür sind Interaktionsspiele, wie man sie u.a. bei Annette Reiners: „Praktische Erlebnispädagogik“ (Alling 1997) findet. Hier nur eine kurze Auswahl:

  1. Seilquadrat: Mit verbundenen Augen soll die Gruppe aus einem langen Seil ein Quadrat bilden. Das Seil liegt vor den Teilnehmenden auf dem Boden. Am Ende muss das Seil gespannt sein. Alle Teilnehmenden müssen es mit mindestens einer Hand festhalten.
     
  2. Zeltaufbau: Den Teammitgliedern werden die Augen verbunden. Dann bekommen sie ein eingepacktes, handelsübliches Dreiecks- oder Kuppelzelt. Die Gruppe soll es mit verbundenen Augen aufbauen.
     
  3. Elektrischer Draht: Ein Seil wird in etwa 1,50 m Höhe zwischen zwei Bäume gespannt. Aufgabe der Gruppe ist es, alle Teammitglieder auf die andere Seite zu bringen, ohne dabei das Seil zu berühren. Hilfsmittel dürfen nicht benutzt werden.

Bei der Auswahl der Aufgabe sind die räumlichen und die persönlichen Voraussetzungen zu beachten!

Anschließend wird die Aktivität gemeinsam ausgewertet:

  1. Allgemein: Welche der Faktoren kamen vor? Welche fehlten? Inwiefern ist diese Übung typisch für die Zusammenarbeit und das Miteinander gewesen? Wo war sie nicht typisch? Was sind unsere Stärken? Was können wir verbessern?
     
  2. Fragen an einzelne Teilnehmende: In welchem Punkt hast du zu einer guten Zusammenarbeit beigetragen? In welchem Punkt hast du persönlich nicht zu einer gelungenen Kooperation beigetragen? In welchem Punkt muss sich die ganze Gruppe bei der nächsten Aktivität noch verbessern?

Gemeinsam überlegt die Gruppe schließlich, was verändert werden kann und welche konkreten Schritte für das Team angesagt sind. Unter Umständen kann eine zweite Aufgabe gestellt werden, anhand derer das Team die Verbesserungen einüben kann.

Alternative Reflexionsebene: Rollenverhalten in Teams

Vor der Aktivität werden Rollen, die es in einem Team gibt, gesammelt:

  • die Organisator*innen
  • die Mitlaufenden
  • die Stillen
  • die Diskutierenden
  • die Helfenden
  • die Optimist*innen
  • die Pessimist*innen
  • die Teamleitenden
  • die Expert*innen
  • die Vertrauensträger*innen
  • die Funktionsträger*inn
  • die Visionär*innen

Nach der Aktivität fragt die Moderatorin oder der Moderator die einzelnen Mitarbeitenden, welche Rolle sie in der Aktivität gespielt haben. Wie fühlen sich die Teammitglieder mit ihren Rollen? Stimmen Rollen mit Gaben und Persönlichkeit überein? Sind die Rollen klar? Stimmen die Rollen mit den offiziellen Aufgaben überein? Hat z.B. die offiziell leitende Person auch tatsächlich die Leitung des Teams in der Hand? Wie werden die einzelnen Teammitglieder ihren Rollen gerecht? Was soll geändert werden? Welche Vereinbarungen trifft das Team für die Zukunft? Wer hat welche Rolle und Aufgabe in Zukunft? Wie wollen alle im Team miteinander umgehen? Die Vereinbarungen werden schriftlich festgehalten.