Methodensammlung: Themen finden und bewerten

Womit wollen wir uns beschäftigen und in welcher Reihenfolge?


BRAINSTORMING: „Hirngewitter“

WOMIT?

Gebraucht werden Stifte und große Papierbögen.

WOZU?

Gemeinsames Brainstorming zu einem Thema.

WER?

Kinder und Jugendliche ab 6 Jahren.

WAS UND WIE?

Brainstorming heißt wörtlich „Gedankensturm“ oder „Hirngewitter“. Alle nennen die Gedanken, die ihnen zum Thema in den Sinn kommen und „im Kopf aufblitzen“. Die einzelnen Stichworte werden schriftlich festgehalten, dürfen aber nicht bewertet oder kommentiert werden, sondern bleiben erst einmal stehen. Aus den einzelnen Gedanken wird auf diese Weise ein „Sturm“, der durch die einzelnen Stichworte zusätzlich entfacht wird.

Regeln:

  • Das Thema muss klar, knackig und anregend formuliert sein!
  • Zeitliche Begrenzung vorher verabreden (max. 20-30 Minuten bei Jugendlichen, bei Kindern kürzer!), sonst verläuft es sich!
  • Jede Kritik ist verboten (keine „Killerphrasen“, auch keine positiven Wertungen)!
  • Jede Idee ist erwünscht!
  • So viele Ideen wie möglich sammeln!
  • Kombination und Weiterentwicklung von Ideen anderer sind erwünscht!
  • Protokollierung möglichst 1:1!

BRAINSTORMING: Alphabet

WOMIT?

Gebraucht werden ein großes Plakat und Eddings.

WOZU?

Gemeinsames Brainstorming zu einem Thema.

WER?

Kinder und Jugendliche ab 8 Jahren.

WAS UND WIE?

Auf einem großen Plakat werden am linken Rand unter­einander alle Buchstaben des Alphabets von A bis Z aufgeschrieben. Alle Teilnehmenden sind nun aufgefordert, ihre Gedanken zum Thema / zur Themensammlung einzubringen. Dabei kann alles genannt werden, was in irgendeiner Art und Weise mit der Aktion oder dem Prozess zu tun hat. Alle Beiträge werden hinter dem entsprechenden Anfangsbuchstaben notiert. Die genannten Stichworte kann man anschließend aufgreifen oder uneindeutige Formulierungen miteinander besprechen.

Varianten: Diese Methode kann auch zum Abschluss oder zur Auswertung eines Prozesses eingesetzt werden. Auch die aktuelle Gruppensituation lässt sich mit Hilfe dieser Methode beschreiben. Dazu kann auch jede*r ein eigenes Alphabet auf einen Zettel schreiben, als Grundlage für eine anschließende Austauschrunde.


BRAINSTORMING: Mindmapping

WOMIT?

Gebraucht werden große Papierbögen und Stifte.

WOZU?

Gemeinsames Brainstorming zu einem Thema.

WER?

Jugendliche ab 13 Jahren.

WAS UND WIE?

Das Thema wird groß und deutlich in die Mitte eines Blattes geschrieben. Es bekommt einen schönen Rahmen, z.B. eine Wolke. Alle Gedanken, die den Teilnehmenden zu diesem Thema einfallen, werden notiert. Dies geschieht so, dass jeder Gedanke seine eigene „Mappe“ (weitere Rahmen) erhält. Wie bei einem Baum verästelt sich das Ideengebilde nun immer mehr: Das Thema ist der Stamm, ein Oberbegriff bildet einen Ast, Unterthemen jeweils immer verzweigtere Äste. Es kann jederzeit an jedem Ast oder Zweig weitergearbeitet werden!


BRAINSTORMING: Kartenabfrage

WOMIT?

Gebraucht werden Moderationskarten und Eddings.

WOZU?

Die Teilnehmenden werden an Themenfindung und Programmplanung beteiligt!

WER?

Kinder und Jugendliche ab 6 Jahren.

WAS UND WIE?

Schlicht, aber nicht schlecht! Durch diese einfache Methode ermöglicht man den Kindern und Jugendlichen einen einfachen (ggfs. anonymen) Zugang zur Beteiligung. Jede*r bekommt Moderationskarten und einen Edding. Nun geht’s los: Alle dürfen ganz frei ihre Ideen auf je eine Karte schreiben. Konkret abgefragt werden könnte z.B.:

  • Welche Aktionen können wir mal machen?
  • Welche Themen interessieren mich?
  • Was müsste sich verändern, bevor ich einen Freund oder eine Freundin hierhin mitbringe?
  • Was stört mich gerade an unserer Gruppe?
  • Was wünsche ich mir?

SPIEL: Ich hab‘ noch nie, aber würde so gerne ...

WOMIT?

Es wird kein Material benötigt.

WOZU?

Die Kinder und Jugendlichen können sagen, was sie gerne einmal machen wollen würden

WER?

Kinder und Jugendliche aller Altersgruppen

WAS UND WIE?

Gespielt wird ähnlich wie das Spiel „Ich hab noch nie“. Alle sitzen im Kreis, eine Person steht in der Mitte, für die kein freier Stuhl im Kreis vorhanden ist.

Die Person in der Mitte benennt eine Sache, die sie noch nicht gemacht hat, aber gerne einmal machen wollen würde. Dabei soll es inhaltlich um Dinge gehen, die die Gruppe gemeinsam machen könnte, die sich auf die Gemeinde beziehen oder die der Person durch das Gremium ermöglicht werden könnte.

Beispiele:

  • Beim nächsten Gruppentreffen ... machen.
  • Bei einem Gruppentreffen eine Aufgabe übernehmen (z.B. ein Spiel aussuchen und anleiten).
  • Einen gemeinsamen Ausflug machen, und zwar ...
  • Einen Gottesdienst mitgestalten.
  • Im Gottesdienst moderieren.
  • Ein Lied aussuchen, das am Sonntag gesungen wird.
  • Den Begrüßungsdienst machen.
  • Bei einer Gemeinde-Versammlung dabei sein.
  • ...

Diejenigen, denen es auch so geht, stehen und wechseln die Plätze miteinander. Die Person in der Mitte versucht, sich auf einen freigewordenen Stuhl zu setzen. Sollte niemand aufstehen, meldet sich eine Person freiwillig, die als nächstes in die Mitte geht und sagt, was sie gerne mal machen würde. Es können auch Dinge benannt werden, die schon mal gemacht wurden und die die Person gerne wiederholen wollen würde.

Die Gruppenleitung kann Ideen einbringen, falls es daran fehlen sollte. Die Wünsche werden gefeiert und notiert und wenn möglich die Umsetzung in die Wege geleitet. Sollten sehr viele verschiedene Wünsche eingebracht werden, könnte eine Abstimmung stattfinden, was zuerst gemacht werden soll.


AKTION: Eine gemeinsame Vision entwickeln

(Kopie 3)

WOMIT?

Gebraucht werden große Plakate, Moderationskarten und Eddings.

WOZU?

Die Teilnehmenden werden an Themenfindung und Programmplanung beteiligt!

WER?

Jugendliche ab 13 Jahren.

WAS UND WIE?

  1. Es beginnt damit, dass man eine „Standortbestimmung“ vornimmt. Dazu lasst ihr eure Gruppenmitglieder auf jeweils einem großen Plakat malen, wie sie sich in der Gruppe wahrnehmen.
    Wo stehen sie in der Gruppe?
     
  2. In einem zweiten Schritt erarbeitet man gemeinsam den gruppenpädagogischen Unterschied zwischen der „Harmonie- bzw. Kuschelphase“ und der „Wachstumsphase“.
     
  3. Im nächsten Schritt geht es um die Zukunft der gemeinsamen Gruppenarbeit, zum Beispiel, indem man „Traumbilder“ malt oder eine „Traumgemeinde“ gestaltet. Dadurch erreicht man, dass die Jugendlichen beginnen, selbst Mitverantwortung zu übernehmen und über eine konkrete Vision für die Arbeit nachzudenken.
     
  4. Aus der Vision sollen dann ganz konkrete Schritte und Ziele entstehen. Dazu fasst ihr zusammen, was gesagt, gemalt oder geschrieben worden ist.
     

Weitere methodische Ideen zur Planungsarbeit

  • Lasst die Kids Collagen aus Zeitungsausschnitten als „Planungswunschliste“ erstellen.
  • Macht einen „Talentschuppen“ als Erprobung neuer Fähigkeiten (z.B. Hobbies vorstellen, „Spiel ohne Grenzen“, Musikhitliste usw.).
  • Meinungsbildung zu Themen in verschiedenen Variationen: Interviews, das eigene Evangelium thematisieren lassen, die „Traumjugendgruppe“ („Unsere Jugendgruppe wäre der Hit, wenn ...“), gemeinsame Positionierung zu lokalen Brennpunkt-Themen etc.
  • Jahreskalender schreiben (Symbole für Spiel, Arbeit, inhaltliche Themen, Feier etc.).
  • Entwerft gemeinsam mit den Kids ein Veranstaltungsplakat. Was müsste da drauf sein, damit die Teens und Jugendlichen dort hinkommen würden?

METHODE: Klebepunkte-Abstimmung

WOMIT?

Plakate, Eddings, Klebepunkte.

WOZU?

Die Teilnehmenden äußern ihre Meinung und ein Stimmungsbild entsteht. Sie treffen Entscheidungen und erleben Selbstwirksamkeit.

WER?

Kinder und Jugendliche aller Altersgruppen.

WAS UND WIE?

Auf Plakaten oder Flipcharts stehen Wünsche, Ideen, Vorschläge, was gemacht werden könnte. Für Kinder, die noch nicht lesen können, können alternativ Symbole gewählt werden. Die Ideen werden vorher gemeinsam gesammelt.

Beispiele für Kategorien: Ausflugsziele, Liedwünsche, Themenvorschläge, Essensvorschläge, Abläufe kommender Treffen etc.

Jede*r Teilnehmer*in bekommt eine gleiche Anzahl an Klebepunkten, (z.B. drei Stück oder einen weniger, als es Vorschläge gibt) und darf diese dann zu den favorisierten Vorschlägen kleben. Danach wird ausgewertet, was die meisten Punkte bekommen hat.


METHODE: Wunschbaum

WOMIT?

Ein Plakat mit einem aufgemalten Zweig oder ein echter Zweig, Zettel, Stifte, Bindfäden, Kleber, ggfs. ein großes Schraubglas oder ein Foto- bzw. Notizbuch.

WOZU?

Die Teilnehmenden äußern ihre Wünsche und diese werden festgehalten.

WER?

Kinder und Jugendliche aller Altersgruppen.

WAS UND WIE?

Die Teilnehmenden schreiben oder malen ihre Wünsche für Aktionen, Veränderungen, Themen etc. auf Zettel. Anschließend werden die Wünsche mit den anderen geteilt und dann an den Wunschbaum gehängt (oder auf das Plakat geklebt). Dieser Baum dient nun als „Wünsche-Parkplatz“. Nach und nach sollen die Wünsche ermöglicht werden. Wird ein Wunsch mehrfach genannt, könnte dieser der erste sein, der umgesetzt wird. Alternativ kann eine Abstimmung stattfinden. Kann ein Wunsch aus Gründen nicht oder erst später erfüllt werden, wird dies besprochen. Vielleicht gibt es eine Alternative oder einen Kompromiss?

Achtung: Die Wünsche am Baum sollten nicht verstauben und in Vergessenheit geraten! Dafür sorgen die Mitarbeitenden. Die Betrachtung des Baumes (Zweiges) könnte fester Bestandteil der Gruppenstunde werden. Unter Umständen verändern sich Wünsche oder es kommen neue hinzu. Wurde ein Wunsch erfüllt, wird der Zettel vom Baum abgenommen. Die erfüllten Wünsche können in einem „Erfolgsglas“ gesammelt werden. Vorher könnten Datum und Details auf den Zettel geschrieben werden. Oder von der jeweiligen Aktion wird ein Foto gemacht. Dieses wird als Erinnerung zusammen mit dem Zettel in ein Foto-/Notizbuch geklebt.


METHODE: Entdeckungs-Tour

WOMIT?

Notizblock und Stift, um die Ergebnisse festzuhalten. Wer es spielerisch gestalten möchte, kann Agent*innen-Ausrüstung für die Teilnehmenden mitnehmen (Lupe, Fernglas, Notizblock etc.).

WOZU?

Die Teilnehmenden bekommen die Möglichkeit, ihren Gruppenraum oder das Gemeindehaus einmal unter die Lupe zu nehmen und zu bewerten, was sie gut finden und was sie gerne verändern wollen würden.

WER?

Kinder und Jugendliche aller Altersgruppen.

WAS UND WIE?

Die Kinder bzw. Jugendlichen gehen als ganze Gruppe oder in Kleingruppen durch den Gruppenraum und nehmen alles unter die Lupe. Sie dürfen bewerten, was sie gut finden und was nicht. Wenn ihnen etwas nicht gefällt, dürfen sie sich Veränderungsvorschläge überlegen. Nach der Entdeckungs-Tour kommt die Gruppe zusammen und präsentiert ihre Vorschläge. Bekommt ein Vorschlag viel Zustimmung, wird gemeinsam die Umsetzung geprüft und wenn möglich angegangen.

Ebenso kann die Gruppe auch durch das Gemeindehaus gehen, Räume unter die Lupe nehmen, bewerten und Veränderungsvorschläge machen.

Beispiele:

  • Die Wände im Jugendraum brauchen einen frischen Anstrich.
  • In unserer Spielesammlung fehlt das Spiel ...
  • Neues Bastelmaterial wäre toll.
  • Eine gemütliche Sitzecke soll eingerichtet werden.
  • Die Sofakissen sollen neue Bezüge bekommen.
  • Es soll eine Getränkestation auf Kinder-Augenhöhe geben.
  • Es fehlt eine Garderobe, an der ich meine Jacke aufhängen kann.
  • ...

BRAINSTORMING-METHODE: Traum-Gottesdienst / Traum-Gruppenstunde

WOMIT?

Es wird kein Material benötigt.

WOZU?

Die Teilnehmenden fangen an zu träumen und werden kreativ. Vielleicht kommen Vorschläge, die kein Traum bleiben müssen und umgesetzt werden können.

WER?

Kinder und Jugendliche aller Altersgruppen.

WAS UND WIE?

Gespielt wird wie „Ich packe meinen Koffer und tue hinein ...“ Hier heißt es aber: „Ich träume von einer Gruppenstunde / einem Gottesdienst, in der / in dem ...“

Die Teilnehmenden dürfen nun reihum etwas benennen, das sie sich wünschen bzw. wovon sie träumen. Der/Die nächste Teilnehmende benennt zunächst, was bereits gesagt wurde und ergänzt dann um eine weitere Sache. Beispiele: ein lustiges Anspiel, ein bestimmtes Lied, eine Mitmachaktion, gemeinsam kochen, ein Ausflug, eine Bastelaktion … Wurde der eigene Wunsch bereits genannt, darf er dennoch noch einmal geäußert werden. Das verleiht dem Wunsch Nachdruck.

Die Träume und Wünsche sollten gesammelt werden. Was davon kann umgesetzt werden? Was sofort, was später? Kann ein Traum/Wunsch aus Gründen nicht erfüllt werden oder erst später, wird dies besprochen. Vielleicht gibt es eine Alternative oder einen Kompromiss?


AKTION: Traumhaus bauen

WOMIT?

Knete, Legosteine, Bauklötze, Bastelmaterial, Papier und Stifte oder ähnliches Material.

WOZU?

Die Teilnehmenden werden kreativ, unausgesprochene Wünsche werden sichtbar gemacht, sie kommen ins Gespräch, wie der Gruppenraum oder das Gemeindehaus ihrer Träume aussehen würde.

WER?

Kinder und Jugendliche aller Altersgruppen.

WAS UND WIE?

Die Teilnehmenden können mit unterschiedlichen Materialien bauen oder aufmalen, wie der Gruppenraum oder das Gemeindehaus ihrer Träume aussehen würde. Anschließend werden die Ergebnisse präsentiert und bestaunt. Gibt es etwas, das viel Zustimmung bekommt und umgesetzt werden könnte?


METHODE: Gefühle-Karte

WOMIT?

Plan bzw. Grundriss vom Gemeindehaus auf einem großen Plakat (die Abbildung muss nicht exakt sein, Proportionen sind nicht entscheidend), Klebepunkte in drei verschiedenen Farben für alle Teilnehmenden.

WOZU?

Emotionen als Zugang zu Veränderungswünschen!

WER?

Kinder und Jugendliche aller Altersgruppen.

WAS UND WIE?

Die Teilnehmenden bekommen ausreichend Klebepunkte in drei verschiedenen Farben, die sie auf das Plakat mit dem Grundriss kleben dürfen. Sie dürfen jeden abgebildeten Raum oder Ort bekleben und bewerten. Die einzelnen Farben stehen für:

  • Hier fühle ich mich wohl.
  • Hier ist es neutral.
  • Hier mag ich es nicht. / Hier fühle ich mich unwohl.

Durch das Bekleben entsteht ein Gesamtbild. Anschließend wird besprochen, wer sich wo warum wohl bzw. unwohl fühlt. Es kann besprochen werden, was verändert werden könnte, damit sich die Teilnehmenden wohler fühlen.

Achtung: Möchte sich jemand dazu nicht in der Gruppe äußern, sollte danach ein Gespräch durch eine vertraute Person gesucht werden. Vielleicht handelt es sich um ein sensibles Thema.


AKTION: Rollentausch

WOMIT?

Es wird kein Material benötigt.

WOZU?

Die Teilnehmenden tauschen die Rolle mit den Mitarbeitenden, Perspektiven werden gewechselt, Verantwortung wird übernommen.

WER?

Kinder und Jugendliche aller Altersgruppen (je nach Alter mit Begleitung).

WAS UND WIE?

In einer Gruppenstunde wird gefragt und besprochen, wer mal die Rolle der Mitarbeitenden übernehmen wollen würde. Freiwillige dürfen direkt oder beim nächsten Mal in die Rolle der Mitarbeitenden schlüpfen und kleine oder größere Aufgaben übernehmen.

Dadurch bringen sich die Teilnehmenden ein, können den übernommenen Aufgaben ihre persönliche Note verleihen, übernehmen Verantwortung, erleben Beteiligung, entdecken Gaben und Interessen, werden gefördert.

Beispiele für Aufgaben:

  • Begrüßung übernehmen
  • Lieder aussuchen
  • ein Spiel vorbereiten
  • ein Spiel anleiten
  • ...