Foto: Dortje Brandes

Was ist ein Winterspielplatz?

Immer mehr Kirchengemeinden bieten Winterspielplätze an. Dabei ist die Ausgestaltung von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich. Im Wesentlichen ist ein Winterspielplatz ein nichtkommerzielles, kirchliches Angebot. Es werden also keine geschäftlichen auf Gewinn bedachten Interessen verfolgt und der Betreiber ist immer eine Kirchengemeinde. Zielgruppe sind immer Kinder und deren Mütter, Väter oder andere volljährige Begleitpersonen. Wie bei normalen Spielplätzen auch, bleibt die Aufsichtspflicht bei der Begleitperson. Die meisten Winterspielplätze sind für Kinder unter sechs Jahren gedacht.

Viele Gemeinden sehen die Winterspielplatzarbeit als diakonisches Angebot. Das heißt, Müttern, Vätern, Kindern aus der Umgebung der Gemeinde soll in der kalten Jahreszeit geholfen werden. Parks und Spielplätze sind im Winter nicht benutzbar. Zuhause fällt einem die Ecke auf den Kopf. Der Winterspielplatz ist ein Ort, an dem Familien mit kleinen Kindern in der kalten Jahreszeit einen warmen Raum zum Spielen, Toben und Kaffeetrinken finden. Die Idee ist bereits einige Jahre alt. Im Jahr 1994 entstand in der Lukaskirche der Berliner Stadtmission in Berlin-Kreuzberg der erste Winterspielplatz. Seitdem hat sich die Idee in viele Kirchen und Gemeinden verbreitet. Manche Gemeinden sehen ihren Winterspielplatz als missionarisches Projekt an. Sie wollen den Besuchern das Evangelium weiter geben. Meist geschieht dies in Form eines kleinen Programmes mit Liedern und einer Bibelgeschichte. Die meisten Gemeinden verzichten jedoch auf ein Programm. Hier geht es lediglich ums offene Spielen.

Was alle Gemeinden verbindet, sind die verschiedenen Spielgeräte und –materialien – denn kein Spielplatz ohne Spielzeug! Viele Winterspielplätze haben sogenannte Themenbereiche. Dort gibt es zum Beispiel einen Ruhebereich mit Decken und Bilderbüchern, einen Bewegungsbereich mit Trampolin und Wippe oder einen Konstruktionsbereich mit vielen Bausteinen oder Puzzles.

Die Öffnungszeiten sind ganz unterschiedlich. Manche Gemeinden öffnen ihren Winterspielplatz für zwei Wochen täglich, andere Gemeinden ein- bis mehrmals die Woche für ein bis vier Monate.

Viele Winterspielplätze sind für die Besucher kostenlos. Die meisten Gemeinden bieten – oft gegen eine Spende - Kaffee, Tee und etwas Kuchen an. Nicht nur die Kinder sollen sich wohlfühlen. Auch deren Mütter, Väter und andere Begleitpersonen sollen einen Ort haben, an dem sie andere Menschen treffen können, sich austauschen können und ein wenig zur Ruhe kommen dürfen.

Jeder Winterspielplatz ist ein bisschen anders, weil jede Gemeinde, jedes Gemeindehaus und jeder Ort ein bisschen anders ist. Für jeden Winterspielplatz gibt es individuelle Regeln. Doch alle Gemeinden verbindet der Wunsch aufmerksam für die Bedürfnisse der Menschen in ihrer Umgebung zu sein.