Jahresprogramm 2012
Das neue GJW- Jahresprogramm ist da! Alle Freizeiten, Schulungen und Events 2012 auf einen Blick.
Du bekommst es in allen GJW-Geschäftsstellen oder in deiner Gemeinde.
Männerträume werden wahr!
> mehrGemeindespezifische Faktoren
Familiäre Strukturen
Worauf viele Gemeinden stolz sind, wird für nicht wenige Kinder zu einer Falle: "In unserer Gemeinde sind wir eine große Familie!" Jeder vertraut jedem und keiner traut jemand so etwas Schlimmes zu. Im Windschatten dieses übergroßen Vertrauensvorschusses reisen leider viele Täter mit.
Problematisches Verhältnis zum Thema Sexualität
Schon in der Alten Kirche hat man Enthaltsamkeit mit heiligem Leben gleichgesetzt. Die sexuelle Lust wurde zur Sünde schlechthin. Darüber spricht man nicht! Darüber klärt man nicht auf! Davor hat man Angst!
Doch genau diese Angst überträgt sich auf Kinder: Darüber darfst Du mit niemanden reden! Wir machen hier etwas ganz Geheimes!
Immer wieder wird in Studien darauf hingewiesen, dass gerade in Familien, die mit dem Thema Sexualität nicht offen umgehen, die Gefahr größer ist, dass es zu sexuellem Missbrauch kommt. Mädchen und Jungen aus Familien mit rigiden Sexualnormen, d.h. aus Familien, in denen Sexualität tabuisiert wird und ein strenges moralisches Klima herrscht, werden deutlich häufiger Opfer sexueller Ausbeutung als Mädchen und Jungen, die eine offenere Sexualerziehung erhielten!
Gehorsamspflicht
Das Gebot "Ehre deinen Vater und deine Mutter ..." sagt kein Wort zum Thema Gehorchen, sondern thematisiert Respekt sowie die soziale und wirtschaftliche Absicherung der (alten) Eltern. Trotzdem hat es immer wieder dazu herhalten müssen, die Eltern zu Herren, ja geradezu zu "Halbgöttern" zu machen, die über ihre Kinder herrschen. Darum nennen wir das Elterngebot "das missbrauchte Gebot". Es wird an solchen Stellen und besonders in Inzestfamilien sehr häufig zitiert: "Du musst gehorsam sein!"
Dazu sagen wir nein. Blinder Gehorsam ist Gift für jede Erziehung zu starken Persönlichkeiten. Auch ein Kind hat ein Recht auf eine eigene Meinung und ein eigenes Gefühl von richtig und falsch.
Die Einklagbarkeit von Vergebung
Vergeben und Vergessen - das ist fromme Gewalt. Es führt den Missbrauchs-Kreislauf weiter: Höre nicht auf dein Gefühl, das dir sagt, dass Unrecht geschehen ist. Vergib und vergiss!
Eine Art christliche Gehirnwäsche. Wie sagt Absalom zu Tamar: "Ist dein Bruder Amnon bei dir gewesen? Nun, meine Schwester, schweig still; es ist dein Bruder, nimm dir die Sache nicht so zu Herzen." Schwamm drüber! Das Vergangene hat keine Bedeutung! Du musst vergeben! Irgendwie muss doch der Frieden in der Familie, in der Gemeinde wieder hergestellt werden. Dies kann so weitergeführt werden: "Wie kannst du nur Deinen Vater anzeigen! Wie kann man nur so lieblos sein! Und das als Christ!"
Leider missbraucht und zwingt man den Menschen ein weiteres Mal, seine Gefühle abzutöten, zu schweigen, sich anzupassen. Und nicht selten ist es so, dass derselbe Mensch, der einfordert: "Du musst deine Feinde lieben!" wegen eines Unfallschadens zum Anwalt geht. Es scheint in unserer christlichen Gesellschaft akzeptabel zu sein, wegen eines kaputten Autos zum Richter zu gehen, aber nicht wegen einer zerstörten Seele.
Im Verlauf der Aufarbeitung einer Missbrauchserfahrung ist Vergebung zunächst kein zentrales Thema ... Klagen und Anklagen können oft viel wichtiger sein, als sofort zu vergeben. Klagen und Anklagen sind keine Sünde, sondern der Weg zum Leben. Erst am Ende einer Therapie, wenn das Opfer mit seinem jetzigen Leben verantwortlich umgehen kann, kann die Person den inneren Wunsch nach Vergeltung aufgeben, so dass sie in der Lage ist, dem Täter zu vergeben und Gutes zu wünschen.
Vergebung steht am Ende und ist die Bereitschaft, diese Sache innerlich loszulassen. Sie kann eine Folge von Heilungsschritten sein - nicht die Voraussetzung!
Vergötzung der Männer und Männer-Macht
Solange Männer zu ihrer Identität als Männer die Unterordnung von Frauen benötigen, solange die Sorge um die Sicherung ihrer Herrschaft wichtiger ist als die Liebe, solange Männer die Männlichkeit Jesu dafür zu benutzen, um ihren Herrschaftswillen zu legitimieren, solange wird es Missbrauch und Gewalt in Familien geben!
Sexuelle Gewalt geht zu 90% von Männern aus. Die Vergötzung von Männern in christlichen Kreisen trägt dazu bei, dass dieses ungesunde Gefälle zwischen männlichen Erwachsenen und weiblichen Kind auf fruchtbaren Boden fällt.
Wenn Frauen und Männer gleichwertig nebeneinander stehen, wenn Frauenwort gleich schwer wiegt wie Männerwort, wenn Frauen sich wehren und abgrenzen dürfen, ohne der Rebellion angeklagt zu werden, dann sind erste Schritte zu einem gesunden und starken Miteinander gemacht, das Gewalt keine Chancen bietet.
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