15 Jahre „Auf dem Weg zur sicheren Gemeinde“

Die wichtigsten Stationen kurz zusammengefasst

2008

Auf Initiative von Juliane Neumann-Schönknecht (geb. Neumann) werden Katrin und Christian Rommert im April in die Bundesabteilung Jungschar zur GJW-Bundeskonferenz (GJW-BUKO) eingeladen. Sie halten dort das Referat „Hab auf mich acht! Sichere Orte für Kinder“. Zusätzlich gibt es einen „Open Space“ zum Thema „Kindeswohlgefährdung“. Auf der GJW-BUKO wird dann ein „Arbeitskreis Sichere Gemeinde“ gegründet. Über www.sichere-gemeinde.de gelangt man zu GJW-Seiten mit Informationen zum Thema.

2009

Erste „Sichere Gemeinde“-Seminare werden gehalten, teilweise über ganze Wochenenden hinweg.

Im März wird auf der GJW-BUKO ein Verhaltenskodex beschlossen, der zuvor vom AK Sichere Gemeinde entwickelt wurde. Dieser Verhaltenskodex ist bis heute – sprachlich fast unverändert – Arbeitsgrundlage im GJW. Er wurde im Laufe der Zeit von vielen Kirchen, Werken und Organisationen übernommen und erweitert.

Im Mai wird die Kampagne „Auf dem Weg zur sicheren Gemeinde“ auf der Bundesratstagung des BEFG in Hamburg vorgestellt. Dazu wird ein Materialheft „Auf dem Weg zur sicheren Gemeinde - Materialien zum Kindes- und Jugendschutz“ veröffentlicht und eine Empfehlung an Gemeinden ausgesprochen, mit dem Verhaltenskodex und dem Materialheft zu arbeiten.

Im Anschluss häufen sich Anfragen für Schulungen zum Thema, die vor allem durch Mitarbeitende des AK Sichere Gemeinde abgedeckt werden.

2010

Aufgrund der hohen Nachfrage wird eine 2. Auflage des ersten Materialhefts gedruckt. Im März wird auf der GJW-BUKO die Broschüre „Elternkurse - Auf dem Weg zur starken Familie“ vorgestellt.

In den Jahren 2009/2010 wurden über 100 Schulungen mit mehr als 3.000 Teilnehmenden durchgeführt, nicht nur im BEFG, sondern auch darüber hinaus (VEF, EKD etc.).

Eine CD-ROM mit Schulungsmaterialien wird erstellt. Es gibt in allen Landes-GJWs regionale Ansprechpersonen.

Schon damals wurde über eine Beschwerdestelle für Betroffene von Gewalt durch Mitarbeitende innerhalb des BEFG nachgedacht. 

Im Mai wird „Auf dem Weg zur sicheren Gemeinde II - Neue Materialien zum Kindes- und Jugendschutz“ veröffentlicht.

2011

Per Beschluss der GJW-BUKO wird der „AK Sichere Gemeinde“ im März zum „Fachkreis Sichere Gemeinde“ – also zu einem auf Dauer angelegten Gremium. Damit wird das Thema dauerhaft im GJW verankert.

Im November veranstaltet der Fachkreis in Kassel einen Fachtag zum Thema „Vorsicht zerbrechlich!“ – mit 70 Teilnehmenden! Anschließend wird das Heft „Vorsicht zerbrechlich! - Auf dem Weg zur sicheren Gemeinde III: Materialheft zum Fachtag Sichere Gemeinde am 26.11.2011 in Kassel“ veröffentlicht.

Die Publikation „Auf dem Weg zur sicheren Gemeinde - Material zur Weiterarbeit in der Gemeinde“ wird vor allem durch die Mitarbeit des AK Sichere Gemeinde des GJW Baden-Württemberg erstellt und veröffentlicht.

Im November beschließt die BUKO: Wir arbeiten alle verbindlich nach dem Kodex! „Das heißt nicht, dass alle Mitarbeiter des GJW den Kodex unterschrieben haben. Dieser Antrag regelt die Umsetzung nicht grundsätzlich, sondern ist Grundlage / Philosophie unserer Arbeit.“

2012

Der Flyer „Wenn ich mal nicht weiter weiß ... Infos und Tipps für Kids“ wird publiziert. Der Kodex erhält Formulierungsanpassungen für den nächsten Druck. Verschiedene Schulungsmaterialien werden erstellt.
Erste Qualitätsstandards für Schulungen werden entwickelt.

2013

Die regionalen Ansprechpersonen werden mittlerweile als „Vertrauenspersonen“ bezeichnet. Die Handreichung: „Die Einführung des Erweiterten Führungszeugnisses für Ehrenamtliche“ wird vom Fachkreis veröffentlicht.

2014

Ein zweiter Fachtag zum Thema: „Mächtig Ohnmächtig!?“ findet im Februar in Kassel mit 80 Teilnehmenden statt. Anschließend erscheint online die Dokumentation „Mächtig ohnmächtig!? Auf dem Weg zur sicheren Gemeinde IV: Materialheft zum 2. Fachtag Sichere Gemeinde am 15.02.2014 in Kassel“.

2016

Im Februar findet in Kassel ein dritter Fachtag zum Thema „Dschungel Sexualität“ mit 40 Teilnehmenden statt. Online wird „Dschungel Sexualität - Auf dem Weg zur sicheren Gemeinde V: Dokumentation zum 3. Fachtag Sichere Gemeinde am 06.02.2016 in Kassel“ veröffentlicht.

Vorgelagert zum Fachtag trifft sich der Fachkreis mit den Vertrauenspersonen der GJWs.

Im März bietet der Fachkreis ein Forum auf der GJW-Bundeskonferenz an und holt sich ein Update von den Teilnehmenden ein. Daraus ergibt sich u. a., dass „Sichere Gemeinde“ in den GJWs sehr unterschiedlich gelebt wird.

Der „Kodex für Mitarbeitende“ wird inhaltlich leicht überarbeitet.
Es wird an Standards zu Schulungen gearbeitet: Sensibilisierung, Grundlagenschulung, Aufbauschulung.

Aufgrund geringer Anmeldezahlen zum Fachtag, jedoch positivem Feedback der Teilnehmenden, wird bei einem zukünftigen Fachtag eine Zusammenarbeit mit anderen Freikirchen nach bewährter Form angestrebt.

Es findet eine Klärung zur Aufgabenverteilung statt. Der Bereich Intervention ist mit der neu zu schaffenden Beschwerdestelle an das Generalsekretariat angebunden. Die Präventionsarbeit bleibt im GJW. Damit verändert sich auch die Zusammensetzung und Aufgabenbeschreibung des Fachkreises.

„Sichere Gemeinde - Vertiefendes zu Erweitertem Führungszeugnis und Sicherstellungsvereinbarung“ wird online publiziert.

2017

Zusätzlich zu den Schulungsstandards werden bundesweit einheitliche Standards für die Mitarbeit im GJW erarbeitet. Alle Landes-GJWs, die Pfadfinderschaft und die Bundesgeschäftsstelle werden über die Überlegungen informiert und gebeten, Rückmeldungen zu geben. Im November beschließt die GJW-BUKO die gemeinsamen Schulungs- und Mitarbeitsstandards.
Im Laufe des Jahres 2018 beschließen auch alle Landes-GJWs und die Pfadfinderschaft die Standards für sich als verbindlich.

Materialheft 1 von 2009 geht aus. Es wird beschlossen, nicht erneut nachzudrucken, sondern die vielen bisherigen Materialien durch ein neues Heft oder Buch abzulösen und somit für mehr Übersichtlichkeit zu sorgen.

2018

Im September findet in Bochum mit 140 Teilnehmenden ein vierter Fachtag zusammen mit der FeG Deutschland und dem Kinder- und Jugendwerk der Methodisten statt. Titel: „Kindern auf Augenhöhe begegnen - ein Fachtag zum Kinderschutz“. Hauptreferent ist Torsten Hebel.

2019

Auf der Bundesratstagung im Mai veranstaltet der Fachkreis ein Forum, in dem den Teilnehmenden die GJW-Mindeststandards vorgestellt werden. Eine breite Mehrheit der Teilnehmenden spricht sich für eine Empfehlung dieser Standards von Seiten des Bundesrats in Richtung der Gemeinden aus. Der Fachkreis stellt daraufhin im November bei der GJW-Bundeskonferenz einen entsprechenden Antrag an den Bundesrat. Dieser wird von der GJW-BUKO bejaht und soll 2020 eingebracht werden.

2020

Im September wird „Auf dem Weg zur sicheren Gemeinde: Das Handbuch“ veröffentlicht und ist in allen Online-Shops sowie im lokalen Buchhandel für EUR 14,99 erhältlich. Dazu gibt es kostenloses Online-Material.

Das „Sichere-Gemeinde-Bild“ wird nach 12 Jahren neu entworfen.

2021

Im Frühjahr veranstaltet der Fachkreis zum ersten Mal ein Online-Fortbildungs-und -Vernetzungstreffen für Schulende von „Sichere Gemeinde“-Grundlagenschulungen. Zeitgleich wird ein Werkzeugkoffer für Schulende im internen Bereich der GJW-Homepage
(www.gjw.de) zur Verfügung gestellt.

Ein Online-Kurs zur Unterstützung der Gemeinden in der Entwicklung von Kinderschutzkonzepten wird mit fünf Gemeinden getestet. Es gibt sechs Module im monatlichen Rhythmus.

Im Sommer finden vier Impulsabende online via Zoom statt. Sie greifen die Herausforderungen und Folgen der Corona-Pandemie in Bezug auf den Kinderschutz und die gemeindliche Arbeit mit Kindern und Jugendlichen auf.

Der Online-Bundesrat im November stimmt einem Antrag der GJW-BUKO, der vom Fachkreis Sichere Gemeinde eingebracht wurde, zu und empfiehlt damit die im GJW gängigen Mindeststandards allen Gemeinde zur Umsetzung.

2022

Zum zweiten Mal findet im Frühjahr ein Online-Fortbildungs-und -Vernetzungstreffen für Schulende von „Sichere Gemeinde“-Grundlagenschulungen statt.

Das „Online-Coaching: ein Kinderschutzkonzept entwickeln“ geht in Zusammenarbeit mit der GJW Bundesgeschäftsstelle und der Akademie Elstal in Serie.

Der Fachkreis stellt Rohlinge für A3-Plakate und DIN Lang-Flyer zum Einladen für Grundlagenschulungen zur Verfügung.

Es wird unter Hauptamtlichen und Sachbearbeitungen des GJWs sowie ehrenamtlichen Vorständen und der Bundesführung der Pfadfinder eine Umfrage zu den Mitarbeitsstandards, die 2017 von der GJW-Bundeskonferenz verabschiedet wurden, durchgeführt. Es gab eine rege Teilnahme. Grundsätzlich ist das Thema im Land gut angekommen.

2023

Der Fachkreis arbeitet an einem Material zum Thema „Kinder stärken“ (s. Seite 19) und bereitet ein halbes Wochenende für Referent:innen von Grundlagenschulungen im Januar 2024 vor, um sich weiterbilden und vernetzen zu können.

Einige Landesgeschäftsstellen, die Bundesgeschäftsstelle und die Leitung der Baptistischen Pfadfinderschaft erarbeiten mithilfe des Online-Coachings Kinderschutzkonzepte.

Im November findet ein Impulsabend via Zoom zum Umgang mit minderjährigen Täter:innen statt.

 

Mitglieder des Arbeits- bzw. Fachkreises Sichere Gemeinde

Ehemalige Mitglieder: Nathalie Abel-Klaiber, Deike Brodt, Mieke Bethke, Bastian Erdmann, Kerstin Geiger, Phöbe Geiger, Tabea Gottwald, Volkmar Hamp, Tobias Hampel, Lea Herbert geb. Semmusch, Linda Hoyer, Silas Hunnek, Hendrik Kissel, Kirsten Kraus, Samuel Kuhn, Timo Meyer, Anne Naujoks, Esther Neumann, Heike Neumann geb. Ewers, Juliane Neumann-Schönknecht geb. Neumann, Juliane Nobis, Anke Rander, Tobias Reinke, Christian Rommert, Katrin Rommert, André Mai geb. Schließke, Sven Schneider, Maike Telkamp, Daniel Wall

Aktuelle Mitglieder: Jana Bednarz, Anna Eberbach, Christian Mundhenk, Anja Pallasch, Jason Querner, Katja Rabold-Knitter, Tilo Schmidt, Christopher Witt geb. Herrmann

Jason Querner ist Referent für die Arbeit mit Kindern im GJW. Fragen rund um Sichere Gemeinde sind wichtiger Teil seiner Arbeit.