Männerträume werden wahr!

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Aktuelle Informationen zur Modernisierung des Technischen Zentrums (CTM) in Maroua, Nordkamerun

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Jahresprogramm 2012

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Modernisieren – um zukünftig selbständiger zu sein

Christian Rommert (CR) hat mit dem Direktor des CTM, Betche Lambert (BL), und dem ehemaligen Direktor, Wilfried Pegel (WP), über die Notwendigkeit der geplanten Modernisierung und über die Zukunft des CTM gesprochen.

CR: In diesem Jahr wird das CTM 36 Jahre alt. Seit dem Anfang subventioniert das GJW das CTM. Doch in den vergangenen Jahren wurden diese Subventionen kontinuierlich runtergefahren. Warum ist das notwendig geworden?

WP: Zum einen war es vom ersten Tag an Ziel des GJWs, das CTM als einheimisches Projekt, das heißt möglichst unabhängig von externen Zuschüssen und von externer personeller Unterstützung zu betreiben. Das bedeutet, dass wir immer auch die Einnahmenseite im Blick hatten und fragen mussten, welche Mittel gibt es, dass die Schule sich selber trägt. Zum anderen findet bei unseren Spendern ein Generationswechsel statt, der uns vorsichtiger mit Zusagen werden lässt. Erst wenn wir sehen, wie stabil und belastbar dieser Spenderkreis ist, können wir wieder großzügiger in das Projekt investieren.

CR: Welche Möglichkeiten hat das CTM, um auf die Reduzierungen der Subventionen vom GJW zu reagieren?

BL: Das größte Defizit entsteht natürlich durch die Bildungseinrichtung. Bildung bedeutet immer Abhängigkeit von externen Mitteln. Diese können weder durch die Metall- noch durch die Autowerkstatt zu hundert Prozent gegenfinanziert werden. Aus diesem Grund hatten wir uns entschieden a) ein Schulgeld einzuführen, b) die SchülerInnenzahl zu erhöhen und c) über eine Ausweitung des Ausbildungsportfolios nachzudenken.

CR: Inwieweit haben diese Maßnahmen gegriffen?

BL: Zurzeit haben wir 197 SchülerInnen. Wir haben einen zusätzlichen Ausbildungszweig und einen höheren schulischen Abschluss eingeführt. Die Anerkennung seitens des Staates erfolgte vor ca. einem Jahr. Wir werden ehemalige Wohnräume zu Klassenräumen umbauen, um höheren Schülerzahlen zu begegnen. Inzwischen erwirtschaftet die Schule zusätzliche Einnahmen in Höhe von ca. 15.000 € im Jahr.

CR: Weitere Standbeine bleiben allerdings die Werkstätten. Was planst Du in dieser Hinsicht?

BL: Zunächst einmal modernisieren wir die Metallwerkstatt. Das ist aus eigenen Mitteln möglich geworden. Hier soll ein abgeschlossener Raum geschaffen werden, der die Arbeit vereinfachen wird. Die eigentliche Herausforderung liegt in der Modernisierung der Autowerkstatt. In den vergangenen Jahren ermöglichte uns der Senior Expert Service aus Bonn immer wieder den Einsatz von Experten, die die Situation im CTM evaluierten. Vor ca. einem Jahr erstellte Wolfgang Saier aus diesen Informationen eine Liste der notwendigen Investitionen. Er formulierte das Ziel, die Werkstatt möge eine Art Backup für die kleineren Werkstätte im Umfeld bieten und sich auf Dienstleistungen spezialisieren, die die kleineren Werkstätten aus eigenen Mitteln nicht schaffen können. Ein Ergebnis war z.B. die Anschaffung eines modernen Diagnosegeräts mit dessen Hilfe nun auch neue Autos mit komplizierter Elektronik repariert werden können. Aber dieser ist nur ein Anfang. Der Investitionsbedarf ist enorm.

CR: Wie sieht der Investitionsbedarf genau aus?

BL: Das Fazit von Wolfgang Saier lautete, die Kfz-Werkstatt befinde sich auf dem Stand einer Werkstatt der achtziger bzw. neunziger Jahre in Deutschland. Es sind Investitionen in Höhe von mindestens einhunderttausend Euro notwendig, um dem Rückstand zu begegnen.

CR: Eine beeindruckende und herausfordernde Zahl!

WP: Wir haben von Anfang deutlich gemacht, dass wir eine Summe in dieser Höhe nicht mit Spenden von GJW global bestreiten können. Zusätzliche Kontakte müssen entstehen und es muss Prioritäten geben. Für uns hat das Priorität, was am Interessantesten für den Markt ist: Das heißt Maschinen und Werkzeuge, mit denen man alte und neue Autos reparieren kann, was am ehesten Einnahmen generiert und den kleineren Werkstätten nicht Konkurrenz macht, sondern sie unterstützt.

CR: Herr Direktor, wie sieht die Prioritätenliste aus?

BL: Die genaue Liste muss nun von uns erstellt werden. Hilfreich wären eine Hebebühne mit der Möglichkeit zur Achsvermessung, sowie ein Bremsenprüfstand, aber auch „einfachere“ Dinge wie die Anschaffung eines professionellen Batterieladegeräts sind notwendig. Natürlich müssen auch die räumlichen Voraussetzungen geschaffen werden, wenn wir über die Anschaffung einer Hebebühne sprechen.

WP: Wir haben besprochen, dass der Direktor in den nächsten Wochen eine Liste erarbeitet, aus der auch ersichtlich wird, was aus dem Ausland angeschafft werden muss, was in Kamerun angeschafft werden kann, was zollfrei eingeführt werden kann oder welche Kosten an dieser Stelle entstehen. Dies wird ein größeres Paket.

CR: Wenn ich einmal zusammenfasse, dann verfolgen wir das Ziel, das CTM darin zu unterstützen, mehr eigene Einnahmen zu akquirieren. Dies ist notwendig, weil die Berufsausbildung am CTM auch in Zukunft zeitgemäß aber bezahlbar bleiben soll.

BL: Das ist korrekt!

WP: Nun hoffen wir, dass dies für Spenderinnen und Spender in Deutschland nachvollziehbar ist und dass wir das CTM mutig darin unterstützen, zukunftsfähig zu werden.

CR: Wir werden uns dafür einsetzen! Ich danke Euch für dieses Gespräch.

 

Interview zum Download