Männerträume werden wahr!

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Aktuelle Informationen zur Modernisierung des Technischen Zentrums (CTM) in Maroua, Nordkamerun

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Jahresprogramm 2012

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Esther Avoutang

Esther ist im zweiten Jahr in der Mädchenschule. Sie kommt aus dem 50 km entfernten Dschalimbo, einem kleinen Dorf in der Nähe von Mokolo.

Von Saare Tabitha hat sie in der Kirche erfahren. Ihre Ausbildung finanziert sie sich zum Teil selbst. Darüber hinaus wird sie von ihrer Mutter unterstützt. Esther kommt aus einer großen Familie. Sie erzählte mir von ihren sechs Geschwistern. Als ich darauf hin sagte, dass das – für deutsche Verhältnisse – eine ziemliche Menge ist, und dass hier die meisten Kinder – wenn überhaupt – nur ein oder zwei Geschwister haben, lachte sie. Das seien doch nur ihre „richtigen“ Geschwister! Auch ihr Vater habe mehrere Frauen, und insgesamt seien sie 18 Kinder zu Hause!

Auch Esther frage ich, was sie machen würde, wenn sie auf einmal viel Geld zur Verfügung hätte. Da muss sie nicht lange überlegen: „Ich würde meine Mutter, meine Geschwister und meine Großeltern unterstützen. Und etwas sparen für später!“ Von ihrem Vater spricht sie nicht – etwas, was mir auch bei den anderen Mädchen hier auffällt. Sie fühlen sich vor allem ihren Müttern (und Geschwistern) zugehörig.

Umgekehrt erzählen die Jungen am CTM nur von ihren Vätern und Brüdern (wobei „Bruder“ hier auch ganz allgemein „männlicher Verwandter“ heißt und einen Onkel oder Cousin meinen kann).Weibliche und männliche Lebenswelten sind in Kamerun noch weit gehend getrennt voneinander und viele der jungen Mädchen hier haben mit ihren männlichen Verwandten keine guten Erfahrungen gemacht!

Auch darum sind Einrichtungen wie die Mädchenschule Saare Tabitha hier so wichtig: Sie verhelfen jungen Mädchen zu größerer Selbständigkeit und machen sie weniger abhängig von den noch sehr patriarchalen Strukturen in Afrika. Eine junge Frau, die selbst für ihren Lebensunterhalt sorgen kann, muss sich nicht in eine „Zwangsehe“ drängen lassen. Sie kann den Mann heiraten, den sie liebt, auch wenn dieser vielleicht den – oft viel zu hohen – „Brautpreis“ nicht bezahlen kann. Auch solche Geschichten, sagt man mir, hat es hier in Saare Tabitha schon gegeben!

So gibt es auch für Esther gute Chancen, dass ihre bescheidenen Lebensträume – ein Mann, der sie liebt, und eine eigene Familie – vielleicht in Erfüllung gehen!

Das Gespräch führte Volkmar Hamp
im Frühjahr 2006